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    Bankier Baron Guy de Rothschild in Frankreich verstorben

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    PARIS, 14. Juni (RIA Novosti). Baron Guy de Rothschild, französischer Bankier und Industrieller sowie Mitglied der jüdischen Bankiersdynastie Rothschild, starb am Dienstag in Paris im Alter von 98 Jahren.

    Das berichteten die Angehörigen des Verstorbenen am Donnerstag.

    Die Todesursache wird in der Traueranzeige, die in der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ erschienen ist, nicht genannt.

    Baron Guy de Rothschild war nicht nur als Bankier, sondern auch als einer der einflussreichsten Vertreter der französischen Finanzgesellschaft bekannt, dessen Ratschläge sowohl Staats- als auch Regierungschefs schätzten.

    Während des Zweiten Weltkriegs verlor die Familie Rothschild aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die französische Staatsbürgerschaft. Guy de Rothschild floh aus dem besetzten Frankreich in die USA und begab sich danach nach London, wo er einer der engsten Mitstreiter des späteren Gründers der 5. französischen Republik, General Charles de Gaulle wurde.

    Nach dem Krieg erbte er von seinem Vater der 1944 starb, die Familienbank und den berühmten Rennstall. In den sechziger und siebziger Jahren war er ein einflussreicher Finanzberater der französischen Regierung. Aus dieser Tätigkeit gingen freundschaftliche Kontakte zu vielen wichtigen Politikern hervor, darunter dem zweiten Präsidenten der 5. französischen Republik Georges Pompidou, dem gaullistischen Politiker Édouard Balladur, sowie dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac. Zu dieser Zeit leitete der Baron auch verschiedene jüdische Organisationen in Frankreich.

    1981, als der sozialistische Politiker François Mitterand Präsident von Frankreich wurde, wurde die Familienbank der Rothschilds verstaatlicht. Diesbezüglich bemerkte Rothschild, dass er während des Zweiten Weltkriegs im vom Deutschland abhängigen Vichy-Frankreich unter Marschall Pétain ein Jude war und unter Mitterand zum Outcast wurde.

    Danach betonte er oft, dass der Mythos der Mächtigkeit der Rothschilds, deren Name oft mit Geld in Zusammenhang gebracht wird, stark übertrieben sei. Er erzählte, dass er selbst Auto fahre und sogar die U-Bahn benutze.

    Große Bekanntheit verschafften Rothschild seine exklusiven Rennpferde, die des Öfteren die angesehensten Preise gewannen.

    Zudem war der Baron als Mäzen bekannt. 1976 erwarb er im Zentrum von Paris auf der Insel Saint Louis eine alte Villa aus dem 17. Jahrhundert und veranstaltete dort Empfänge für die crčme de la crčme der High Society. Vor kurzem wurde diese Villa von der Familie Rothschild zum Verkauf freigegeben.

    Die Beerdigung des Bankiers, die durch einen Trauergottesdienst in der zentralen Synagoge von Paris eingeleitet wird, soll am 21. Juni stattfinden.

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