17:43 25 Juni 2018
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    Vorwürfe von bulgarischen Medizinern gegen Libyen: "Wir sind wie Tiere behandelt worden"

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    Der palästinensische Arzt mit bulgarischer Staatenbürgerschaft, der zusammen mit fünf Krankenschwestern in Libyen zum Tode verurteilt und in Bulgarien begnadigt worden ist, hat am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen die libyschen Behörden erhoben.

    MOSKAU, 27. JULI, (RIA Novosti). Der palästinensische Arzt mit bulgarischer Staatenbürgerschaft, der zusammen mit fünf Krankenschwestern in Libyen zum Tode verurteilt und in Bulgarien begnadigt worden ist, hat am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen die libyschen Behörden erhoben.

    "Wir sind mit Elektroschocks gefoltert worden. Man hat uns geschlagen und nicht schlafen lassen. Sie haben uns mit Drogen vollgepumpt. Über zehn Monate wusste meine Familie nicht, ob ich lebe oder tot bin. Wir sind in einer Anlage festgehalten worden, in der Hunde abgerichtet werden - jeder in einer anderen Zelle", hat er, wie die französische Presse berichtet, vor Journalisten in Sofia geschildert.

    Über ein Jahr habe er auf Knien geschlafen, die Hände auf dem Rücken in Handschellen. Jedes Mal, wenn er den Kopf sinken gelassen habe, sei ihm ein Fußstoß in das Gesicht versetzt worden.

    Mit Folter seien auch die Geständnisse erzwungen worden, er und die Krankenschwestern hätten im Krankenhaus von Bengasi Hunderte Kinder mit dem HIV-Virus infiziert.

    Er wies jede Schuld zurück und verwies in diesem Zusammenhang auf die Gutachten internationaler Experten, darunter auch das des Entdeckers des HIV-Virus, Luc Montagnier, das zugunsten der Beschuldigten ausgefallen ist. Die ausländischen Fachleute hatten von einer regelrechten HIV-Epidemie im Krankenhaus gesprochen, die von den katastrophalen hygienischen Bedingungen verursacht worden ist.

    Von Folter und anderen Misshandlungen in libyschen Gewahrsam hatten die Bulgaren auch schon früher berichtet. Sie beschuldigten zwei Offiziere und einen Arzt, und zwar namentlich Jumaa al-Mishri, Saleem Ahmed Saleem und Abdul-Majid al-Shoul. Die drei Libyer haben die Bulgaren wegen Verleumdung verklagt, sind vor Gericht jedoch nicht durchgekommen.

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