14:22 20 Oktober 2018
SNA Radio
    Panorama

    Größter Mann der Welt lebt zurückgezogen und misstraut den Bürokraten

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Der größte Mann der Welt ist Leonid Stadnik aus dem Dorf Podoljanez, welches im Gebiet von Schitomir im Norden der Ukraine gelegen ist. Zurückgezogen lebt er. Klamotten und Schuhe findet er nur mit großer Mühe.

    MOSKAU, 11. AUGUST, (RIA Novosti). Der größte Mann der Welt ist Leonid Stadnik aus dem Dorf Podoljanez, welches im Gebiet von Schitomir im Norden der Ukraine gelegen ist. Zurückgezogen lebt er. Klamotten und Schuhe findet er nur mit großer Mühe. Außerdem hat er alle Hoffnungen verloren, dass doch noch einmal Hilfe von den Bürokraten kommen könnte.

    So kann kurz der 37jährige Mann beschríeben werden, der 2,53 Meter groß ist und nun im neuen Guinness Buch der Rekorde Aufnahme findet. Vor ihm hatte mit 2,36 Meter der Chinese Bao Sishun den Rekord inne.

    „Ich jage Ehrungen und Rekorden nicht hinterher. Viel angenehmer wäre es, wenn die Kommune mir zu meinen Geburtstag ein Badezimmer mit einer Dusche bauen würde, unter die ich auch passe“, gab der Mann, der die Presse nicht sonderlich mag, der RIA Novosti in einem Gespräch Auskunft, zu dem er sich dann doch noch bereit gefunden hat.

    Eine Straße gibt es in seinem Dorf, doch keine Schule, kein Laden und keine Kirche. Drei Kilometer ist es bis zur nächsten Kreisstadt weit. Doch dorthin geht er nicht. Nicht etwa, weil es zu weit wäre. Einfach nur deshalb, weil das Leben des Riesen nun wahrlich nicht märchenhaft ist. Weder auf die Gesundheit noch auf die Leute kann man sich verlassen, glaubt er.

    „Mein Leben hier verläuft sehr ruhig. Ich liebe sehr die Natur. Ich mag es, irgendwohin zu fahren. Doch wegen meines Gangs bevorzuge ich die Einsamkeit, Orte, wo es nicht vor Leuten wimmelt, wo keine Fremden sind. Ich liebe es nicht, wenn man mich anstarrt“ räsonierte Leonid, dem Körperlänge und Gewicht es nicht gerade erleichtern, sich irgendwohin auf den Weg.

    Als er 12 Jahre alt war, stellten die Ärzte bei ihm einen Gehirntumor fest. Nachdem er operiert war, wuchs er auf einmal so schnell, dass seine Eltern nicht mehr nachkamen, ihn einzukleiden.

    Die Veterinärmedizinische Fakultät des Agrarinstituts in Schitomir absolvierte er mit Hurra. Dennoch konnte er nicht lange als Tierarzt in seinem heimatlichen Dorf arbeiten. Es fehlte an passenden Fäustlingen und Schuhen, sodass der strenge Winter ihm mächtig zusetzte und er mit Erfrierungen auf der Strecke blieb.

    Der Presse ist es zu verdanken, dass der größte Mensch des Planeten in seiner Heimat und im Ausland bekannt wurde. Nicht die Bürokraten seiner Region waren es, die auf die sensationelle Nachricht reagierten. Unternehmer aus der Karpatengegend und aus Deutschland besorgten dem gewältigen Kerl Schuhe, die auch sitzen: Größe 62. Für Leonid wurde das ein zweiter Geburtstag.

    Fragen nach seinem persönlichen Leben umschifft Stadnik diplomatisch. „Heiraten will ich noch nicht. Irgendwann vielleicht einmal. Das Leben war so mühsam, dass ich Niemanden damit belasten wollte. Verliebt habe ich mich, doch ich riss mich zusammen“, erzählt er.

    Über seine Gesundheit mag er auch nicht sprechen. 2005 hat ihm eine Kiewer Firma einen Computer mit Internetzugang geschenkt. In den USA hörte dann der renommierte Arzt James Pember von ihm. Der Doktor aus Kalifornien beriet ihn per E-Mail aus der Ferne und wurde gewissermaßen zum Hausarzt.

    Leonid sieht schlecht. Dennoch liest er. Den Text druckt er eben größer aus. Außerdem werkelt er gerne in seinem Garten herum.

    Die Nachbarn sagen, Stadnik ist ein Mensch, der ein großes Herz hat. Er sieht von Oben auf die Leute, doch niemals von Oben herab. Die Dorfbewohner erinnern sich noch an die Geschichte, wie ihn die örtlichen Ganoven vor ihren Karren spannen wollten. „Hätten wir so einen Burschen, dann würden wir ganz Kiew in Atem halten“, so resümieren die Leute, was die Banditen einst zu Beginn der 90er Jahren geraunt haben.

    Für Leonid war es ein Höhepunkt im Leben, als er mit dem ukrainischen Präsidenten zusammentraf. Es war in einer Klinik in Kiew, wo Leonids Mutter operiert worden war. Viktor Juschtschenko eilte herbei, um einen Blick auf den größten Menschen der Welt zu werfen.

    „Wir haben lange geredet. Mir schien, vor mir steht ein sehr ehrlicher Mensch, der wirklich versucht, die Dinge in unserem Lande zum Besseren zu wenden“, berichtete bedächtig der Gesprächspartner der RIA Novosti.

    Den Glauben an die Ehrlichkeit der Bürokraten hat der ukrainische Riese jedoch verloren. „Was wurde mir nicht alles in diesem Haus versprochen. Das können Sie sich gar nicht vorstellen. Einen Traktor und ein Auto haben sie mir angeblich schenken wollen. Ich wäre schon sehr froh, wenn ich etwa bekommen könnte, um mich zu fortbewegen zu können“, träumt Stadnik.

    Der Präsident hatte ihm geraten, Zuschuss aus der Schatulle des Staatschefs zu beantragen, doch prompt landete das Papier wieder bei ihm. Der Apparat hatte es schon auf Kreisebene abgeschmettert. Aus der Staatskanzlei sind sie gekommen und haben ihn wissen lassen, dass Stadnik nicht unter die Kategorie fällt, für die staatliche Gelder locker gemacht werden.

    Bild- und Videoaufnahmen des größten Menschen der Welt sind auf der Internetseite der RIA Novosti zu sehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren