05:02 11 Dezember 2017
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    Umfrage: Mehrheit der Russen sind gegen Verfassungsänderung und Auslieferung Lugowois

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    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Zwei Drittel der Russen (63 Prozent) sehen den Vorschlag Großbritanniens, die russische Verfassung zu ändern, als eine unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten Russlands an.

    Das belegt eine Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM.

    Demnach wollen die Mehrheit der Russen (62 Prozent) nicht, dass Russland seine Verfassung ändert, um die Auslieferung von russischen Bürgern, die verdächtigt werden, in anderen Ländern straffällig geworden zu sein, an einen ausländischen Staat zu erlauben.

    Die britische Staatsanwaltschaft hatte am 25. Mai um die Auslieferung des Geschäftsmanns Andrej Lugowoi beantragt, der von London für den Giftmord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko verantwortlich gemacht wurde.

    Die russische Generalstaatsanwaltschaft erklärte Anfang Juli, dass Lugowoi nicht ausgeliefert werde, da die russische Verfassung die Auslieferung von Russen für ein Gerichtsverfahren an andere Staaten nicht vorsieht. Dennoch äußerte London, dass es weiter auf einen Prozess gegen Lugowoi hinarbeite und schlug Russland vor, Änderungen an seiner Verfassung vorzunehmen.

    23 Prozent der Russen verstehen laut Umfrage den Vorschlag Großbritanniens und sehen es als den normalen Wunsch eines anderen Staates an, die Untersuchung eines in seinem Gebiet begangenen Verbrechens zu beenden.

    74 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Auslieferung Lugowois aus, davon begründen 47 Prozent ihre Entscheidung damit, dass dies der Verfassung widerspreche. 27 Prozent sind davon überzeugt, dass die Schuld Lugowois nicht bewiesen ist. Nur 10 Prozent sind für seine Auslieferung.

    Die Umfrage wurde vom 28. bis Juli in 46 Gebieten, Regionen und Teilrepubliken in Russland durchgeführt. Es wurden 1600 Personen befragt.