23:54 11 Dezember 2017
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    Gerichtsanhörungen im Fall Boris Beresowski vertagt

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    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Das zuständige Moskauer Stadtgericht hat die Anhörungen im Fall gegen den in Großbritannien untergetauchten Boris Beresowski auf den 5. September vertagt. Dem flüchtigen Unternehmer wird die Veruntreuung von Geldern der staatlichen Fluggesellschaft Aeroflot zur Last gelegt.

    Wie der Korrespondent der RIA Novosti mitgeteilt hat, folgt das Gericht damit einem Antrag des Pflichtverteidigers, der vorgetragen hat, dass die Zeit für die Akteneinsicht nicht ausgereicht habe. Wie Rechtsanwalt Alexander Dudkin vor Gericht sagte, konnte er bisher nur 89 der insgesamt 123 Bände zur Kenntnis nehmen. Die Staatsanwaltschaft beharrte unterdessen auf eine Verhandlung in der Sache. Sie machte unter anderem geltend, dass die Rechtsanwälte Boris Beresowskis in der Voruntersuchung weniger Zeit beansprucht hätten.

    Die russische Generalstaatsanwaltschaft beschuldigt den Angeklagten der Unterschlagung von über 214 Millionen Rubel (rund 6,19 Millionen Euro) und der Geldwäsche von 16 Millionen Rubel. Für diese Delikte ist eine Höchststrafe von 10 Jahren Freiheitsentzug vorgesehen.

    Boris Beresowski hat in Großbritannien politisches Asyl bekommen. Russland hat mehrfach seine Auslieferung beantragt, doch bisher noch immer keine Antwort bekommen.

    Das Strafverfahren gegen Boris Beresowski wegen Unterschlagung von Mitteln der Aeroflot ist nicht das einzige, welches in Russland läuft. Im April ist wegen „gewaltsamer Machtergreifung“ eine Untersuchung eingeleitet worden, nachdem Boris Beresowski in der britischen Zeitung Guardian erklärt hatte, er würde einen Staatsstreich in Russland finanzieren. Laut russischen Gesetzen ist dafür eine Strafe von 12 bis 20 Jahren Haft vorgesehen. Außerdem hat die russische Generalstaatsanwaltschaft im Sommer 2007 ein Ermittlungsverfahren wegen Unterschlagung von Mitteln der Bank SBS-Agro eingeleitet.