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    Wer ist gefährlicher für Russland - Iran oder USA? - „Gaseta“

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    MOSKAU, 27. August (RIA Novosti). Das iranische Nuklearprogramm stellt zwar eine Gefahr für Russland dar, noch gefährlicher sind aber die US-Pläne, ein Raketenabwehrsystem in Tschechien und Polen zu stationieren, das Europa vor den iranischen Raketen schützen soll. Diesen Standpunkt vertreten die meisten Teilnehmer einer Mitte August vorgenommenen Umfrage des Moskauer Meinungsforschungsinstituts Lewada, schreibt die Tageszeitung „Gaseta“ am Montag.

    Insgesamt rund 70 Prozent sehen eine Bedrohung seitens Irans, 37 Prozent von ihnen vertreten die Meinung, dass das iranische Nuklearprogramm eine sehr große beziehungsweise recht große Gefahr für Russland darstellt. 34 Prozent räumten eine Gefahr ein, die aber unerheblich ist. Nur 21 Prozent äußerten keine Besorgnis über das iranische Nuklearprogramm.

    Die Angst vor Iran rückt aber sofort in den Hintergrund, sobald die USA in den Fragen auftauchen. Danach gefragt, was die größte Bedrohung für Russlands Sicherheit darstellt - die Nuklearprogramme Irans beziehungsweise Nordkoreas oder der Aufbau des US-Raketenabwehrsystems (ABM) in Europa - wählten 60 Prozent die letztere Variante. Nur jeweils acht Prozent der Befragten haben Angst vor einer hypothetischen nordkoreanischen oder iranischen Atombombe.

    „Dies ist auf die Wirkung des Fernsehens zurückzuführen“, meint Alexej Makarkin, stellvertretender Direktor des Zentrums für politische Studien. „Im russischen Fernsehen wird viel davon geredet, dass das ABM-System gegen Russland gerichtet sei“, stellt der Politologe fest. „Von einer potentiellen Bedrohung durch Iran spricht man wenig beziehungsweise gar nicht. Es wäre aber verwunderlich, wenn Russland die Entstehung eines neuen kernwaffenbesitzenden Staates vor seinen Grenzen nicht beunruhigt hätte.“

    Bemerkenswert dabei ist, dass die Frage „Soll Russland mit Iran im Bereich der Nukleartechnologien zusammenarbeiten?“ bei den Befragten Verwirrung stiftet. Im Fernsehen wird diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet, während mehr als 70 Prozent die Ansicht vertreten, dass das iranische Nuklearprogramm Russland bedroht. Als Folge sehen rund 39 Prozent nichts Schlimmes an einer Fortsetzung der Kooperation mit Iran im nuklearen Bereich und im Waffenhandel. 31 Prozent können keine Antwort darauf geben. Genauso viele sind für eine Einstellung der bilateralen Zusammenarbeit im Atombereich.

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