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    Moskau sieht Mordfall Anna Politkowskaja als aufgedeckt (Zusammenfassung)

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    Ermittlungen zum Mord an Reporterin Anna Politkowskaja (145)
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    Die Generalstaatsanwaltschaft Russlands hat den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja nach Angaben von Generalstaatsanwaltschaft Juri Tschaika in zehn Monaten aufgedeckt.

    MOSKAU, 27. August (RIA Novosti). Die Generalstaatsanwaltschaft Russlands hat den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja nach Angaben von Generalstaatsanwaltschaft Juri Tschaika in zehn Monaten aufgedeckt.

    "Verhaftet wurden zehn Verdächtige, darunter fünf ehemalige Mitarbeiter russischer Militär- und Sicherheitsstrukturen sowie der aus Tschetschenien stammende Anführer einer Moskauer Verbrecherbande. Die Untersuchung stellte auch die Person fest, die den Mord in Auftrag gegeben hat und jetzt im Ausland lebt", sagte Tschaika am Montag auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Anna Politkowskaja, die zuletzt für die "Nowaja Gaseta" arbeitete, war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in der Lesnaja Straße im Stadtzentrum von Moskau hinterrücks erschossen worden. "Wir verhafteten die unmittelbaren Drahtzieher, Helfershelfer und Ausführer des Mordes." Dabei sagte Tschaika, dass Politkowskaja den Drahtzieher gekannt und sich mit ihm getroffen hatte.

    Den Namen des mutmasslichen Drahtziehers und seinen Wohnort wollte Tschaika unter Berufung auf "vertrauliche Informationen" nicht nennen. "Ich möchte sagen, dass leider ein amtierender und einige ehemalige Mitarbeiter des Innenministeriums und des Föderalen Sicherheitsdienstes FSB Politkowskaja beobachtet und (den Mördern) Informationen über sie zur Verfügung gestellt hatten."

    Die Organisatoren des Mordes an Politkowskaja wollten nach Tschaikas Worten die Situation in der Russischen Föderation destabilisieren, die Landesführung in Misskredit bringen und die Verfassungsordnung in Russland ändern. Tschaika schloss nicht aus, dass die Verhafteten auch mit dem Mord am Chefredakteur der russischen Ausgabe des Forbes-Magazin, Paul Klebnikov, zu tun haben könnten.

    Tschaika äußerte sich auch zu einigen anderen Mordanschlägen, die Aufsehen erregt haben, weil für alle Untersuchungen ab dem 7. September der Ermittlungsausschuss bei der Generalstaatsanwaltschaft zuständig sein wird. Tschaika zufolge wurde bereit festgestellt, wer fünf russische Bürger im Irak am 3. Juni vergangenen Jahres entführt und ermordet hatte. "Wir kennen die Namen der Verbrecher… Die Ermittlungen gehen weiter."

    Zu dem im britischen Exil lebenden Boris Beresowski, dem die russische Justiz Verbrechen gegen die Verfassungsordnung Russlands sowie Wirtschaftsverbrechen zur Last legt, sagte Tschaika, er schließe Beresowskis Auslieferung an Brasilien nicht aus, dessen Justizbehörden dem Oligarchen Machenschaften bei der Finanzierung des Fußballclubs Corinthians (Sao Paolo) vorwerfen. "Wir hoffen darauf, dass es uns gelingt, die Briten zur Änderung ihrer Position zu bewegen und eine Auslieferung Beresowskis durchzusetzen. Gegen ihn läuft bereits ein Strafverfahren in Brasilien. In nächster Zeit könnte Großbritannien über Beresowskis Auslieferung an Brasilien entscheiden." Neben Russland und Brasilien seien auch Strafverfahren gegen Beresowski in Frankreich und in der Schweiz eingeleitet worden.

    Zum Gifttod des ehemaligen FSB-Mitarbeiters Alexander Litwinenko in London, sagte Tschaika, die russische Seite wolle eine enge Zusammenarbeit mit Großbritannien fortsetzen. "Die Arbeit geht in die richtige Bahn, beide Seiten gehen abgestimmt vor."

    Die Generalstaatsanwaltschaft rechne ferner damit, dass Israel dem früheren Topmanager des zerschlagenen russischen Ölkonzernsn Yukos Leonid Newslin die israelische Staatsbürgerschaft aberkenne. Russland werfe Newslin Mordanschläge und versuchten Mord zur Last. Die russische Seite sei der Ansicht, dass Newslin die israelische Bürgerschaft unter Betrug erhalten habe.

    Im Dezember 2006 hatte die Generalstaatsanwaltschaft offiziell mitgeteilt, dass Newslin auch Drahtzieher des Mordes an Alexander Litwinenko sein könnte.

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