22:04 18 August 2017
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    Kollegen von Anna Politkowskaja ermitteln selbständig zum Mord an der Journalistin

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    Ermittlungen zum Mord an Reporterin Anna Politkowskaja (145)
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    MOSKAU, 27. August (RIA Novosti). Kollegen der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja schätzen die Arbeit der Generalstaatsanwaltschaft Russlands zur Aufklärung des Verbrechens hoch ein, wollen jedoch auf ihre eigene parallele Untersuchung nicht verzichten.

    „(Russlands Generalstaatsanwalt) Tschaika und sein Stellvertreter Viktor Grin haben alles nur Mögliche getan, um den Fall zu klären“, sagte Dmitri Muratow, Chefredakteur der „Nowaja gaseta“, wo Anna Politkowskaja als Kommentatorin tätig war, am Montag auf Anfrage von RIA Novosti.

    Der Generalstaatsanwalt hatte zuvor am Montag über die Festnahme von zehn Mordverdächtigen informiert. Die Journalistin war am 7. Oktober vergangenen Jahres in ihrem Hauseingang im Zentrum Moskaus niedergeschossen worden. Dem Generalstaatsanwalt zufolge wurden die Täter, die Organisatoren und ihre Helfershelfer festgenommen. Der Mordauftraggeber soll sich nach Angaben der Anklagebehörde im Ausland aufhalten.

    Nach Ansicht Muratows war es verfrüht, über den Auftraggeber des Verbrechens zu sprechen. „Es war nicht professionell und nicht sachkundig genug, noch vor dem Abschluss der Untersuchungshandlungen und vor der Verweisung der Strafsache ans Gericht den Mordauftraggeber zu nennen und sein Äußeres zu beschreiben“, sagte der Chefredakteur.

    Die Kollegen von Anna Politkowskaja hatten gleich nach ihrer Ermordung mit der eigenen Untersuchung begonnen. „Unsere Einschätzungen werden sich offensichtlich von den politischen Einschätzungen der Generalstaatsanwaltschaft unterscheiden“, sagte Muratow.

    Er räumte zugleich ein, dass die vom Untersuchungsrichter Pjotr Garibjan geleitete Brigade „höchst professionell arbeitet“.

    Die Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa, äußerte sich skeptisch zum Bericht des Generalstaatsanwaltes. „…Dass die Staatsanwaltschaft zehn Personen verhaftet hat, ist noch kein Beweis dafür, dass die Mörder gefunden sind“, sagte Ljudmila Alexejewa RIA Novosti.

    Ihr zufolge werden in Russland sehr oft „falsche Verhaftungen“ vorgenommen. „Mit der Zeit wird es schon klar, ob es sich um Schuldige handelt oder nicht“, sagte die Bürgerrechtlerin.

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