10:12 17 Oktober 2018
SNA Radio
    Panorama

    Lugowoi hält Litwinenko-Fall für Spielball der großen Politik

    Panorama
    Zum Kurzlink
    Pressekonferenz von Lugowoi (12)
    0 12
    MOSKAU, 29. August (RIA Novosti). Der russische Unternehmer Andrej Lugowoi, der von Großbritannien des Mordes am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko beschuldigt wird, will nicht nach Großbritannien reisen, weil er die britische Justiz für nicht objektiv hält.

    „Ich fahre nirgends wohin, weil der (Mord-)Fall größtmöglich politisiert wurde. Da ist große Politik mit im Spiel“, sagte Lugowoi bei einer Pressekonferenz, die von RIA Novosti und dem Radiosender „Echo Moskaus“ organisiert wurde.

    „Ich schlage der britischen Justiz vor, falls sie Beweise hat, diese nach Russland zu schicken“, ergänzte er.

    Außerdem betonte Lugowoi, es sei ihm bekannt, dass die britischen Geheimdienste an

    dem Mordfall beteiligt seien.

    Dmitri Kowtun, Geschäftspartner von Lugowoi, der ebenfalls mit dem Fall Litwinenko zu tun hat, ergänzte seinerseits, dass auch er nicht vorhabe, nach Großbritannien zu reisen. „Wir wissen doch genau, dass wir das (den Mord) nicht begangen haben, also kann auch keine Rede von irgendwelchen (Schuld-)Beweisen sein“, sagte er.

    Die Briten bestehen auf der Auslieferung von Lugowoi seitens Russlands, trotz der bereits erhaltenen Absage der russischen Generalstaatsanwaltschaft, die sich auf ein entsprechendes Verbot der russischen Verfassung beruft.

    Der Fall Litwinenko führte zu einer Zuspitzung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Großbritannien wies unter anderem vier russische Diplomaten aus und Russland antwortete mit gleichen Maßnahmen.

    Litwinenko war 2002 nach Großbritannien geflüchtet und starb im November 2006. Britische Mediziner hatten in seinem Körper eine bedeutende Menge von radioaktivem Polonium-210 entdeckt.

    Doch ein offizielles Gutachten über die Todesursache und die Ergebnisse der Obduktion veröffentlichten die britischen Behörden bislang nicht.

    Bis dato habe Russland von Großbritannien keine Beweise für die Teilnahme von Lugowoi am Mord an Litwinenko erhalten, wie Alexander Bastrykin, Chef des Untersuchungskomitees der russischen Generalstaatsanwaltschaft zuvor mitteilte.

    Er betonte, dass die russische Staatsanwaltschaft im Fall Litwinenko intensive Ermittlungen angestellt habe, „die wahren Mörder jedoch bis dato nicht gefunden hat“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Pressekonferenz von Lugowoi (12)