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    Mordfall Politkowskaja: Ende der Ermittlungen erst der Anfang - Russlands Presse

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    Ermittlungen zum Mord an Reporterin Anna Politkowskaja (145)
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    MOSKAU, 31. August (RIA Novosti). Die Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja stehen offenbar vor neuen Problemen. Zwei der zuvor festgenommenen mutmaßlichen Täter wurden wieder freigelassen. Kollegen der Journalistin sprechen indes von einer zielgerichteten Zerstörung des Verfahrens, schreiben die Tageszeitungen „Wremja Nowostej“ und „Wedomosti“ am Freitag.

    Am 27. August hatte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika dem russischen Präsidenten Wladimir Putin von der Festnahme von zehn mutmaßlichen Komplizen berichtet. Am Donnerstag wurde allerdings bekannt, dass zwei der Festgenommenen aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen wurden. Ein weiterer mutmaßlicher Täter war zum Zeitpunkt des Mordes in einer Haftanstalt und fiel dementsprechend ebenfalls weg. Die Festnahme des Oberstleutnants des Inlandsgeheimdienstes FSB, Pawel Rjagusow, der ebenfalls im Zusammenhang mit dem „Fall Politkowskaja“ erwähnt wurde, sei, wie es am Donnerstag hieß, nicht mit dieser Straftat verbunden.

    Sergej Sokolow, stellvertretender Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, in der Politkowskaja vor ihrem Tod arbeitete, ist der Auffassung: „Das Verbrechen ist längst nicht aufgedeckt, nicht alle Personen, die verwickelt waren, sind festgenommen. Außerdem haben wir eigene Recherchen angestellt, die mit den Resultaten der offiziellen Ermittlungen übereinstimmen. Wenn der Ermittlungsbeamte die Verdächtigen gehen ließ, so musste es halt so sein. Der entstandene Rummel behindert aber den Ermittlungsprozess.“

    Nach seiner Ansicht könnten hinter dem Informationsloch über die Verhafteten sowohl geschäftliche Interessen der Hinweisgeber als auch zielgerichtete Handlungen bestimmter Personen stehen, die an einem Scheitern des Verfahrens interessiert sind.

    Jedenfalls steht fest, dass die Ermittlung nicht am Endpunkt, sondern eher erst am Anfang ihres Weges steht, der sich als überaus schwierig erweisen könnte. Von einer Aufklärung dieses spektakulären Verbrechens kann allerdings noch keine Rede sein.

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