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    Patriarchat fordert Unterricht orthodoxer Kultur vor Religionsgeschichte

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    MOSKAU, 01. September (RIA Novosti). Das Moskauer Patriarchat ruft dazu auf, die "Grundlagen der orthodoxen Kultur" an den russischen Schulen zu vermitteln, bevor Religionsgeschichte unterrichtet wird.

    "Die Grundlagen der orthodoxen Kultur sind kein Gottesgesetz und kein Reliogions-Einführungskurs, sondern ein Fach, das mit der Kultur der russischen Nation verbunden ist. Ohne das Wissen um die Kultur seines Heimatlandes kann ein Mensch nicht als kulturell gebildet gelten", erklärte der Leiter des Pressedienstes beim Moskauer Patriarchat, Wladimir Wigiljanski im Interview mit RIA Novosti zum neuen Schuljahr.

    Das Fach Religionsgeschichte, das an einer Reihe Moskauer Schulen in diesem Jahr eingeführt wird, ist seinen Angaben zufolge ein Kurs zur Einführung in die Religion. Die Ersetzung der "Grundlagen der orthodoxen Kultur" durch Religionsgeschichte "entfernt die Menschen von Wissen um die eigene Kultur".

    "Ein Fach zur Einführung in die Religion soll daher nach den "Grundlagen der orthodoxen Kultur" unterrichtet werden. Zuerst müssen die Menschen die "Grundlagen der orthodoxen Kultur" lernen und nicht umgekehrt", meinte Wigiljanski.

    Dabei betonte er, dass die "Kirche niemals darauf bestanden hat", dass die "Grundlagen der orthodoxen Kultur" zum Pflichtfach werden. Der Kurs werde von weltlichen Spezialisten fakultativ unterrichtet, d.h. nur auf Wunsch der teilnehmenden Schüler und ihrer Eltern.

    Nach Informationen des Patriarchats wird in diesem Jahr der Unterricht über die "Grundlagen der orthodoxen Kultur" fortgesetzt. Da der Kurs in die regionale Bildungskomponente eingeht, entscheiden die Regionalverwaltungen darüber, ob er unterrichtet wird oder nicht.

    Das Bildungsministerium von Moskau ist gegen den Unterricht "Grundlagen der orthodoxen Kultur", darum gibt es das Fach an den Schulen der Hauptstadt nicht. Allerdings tauchte nach Angaben der "Union orthodoxer Bürger" in diesem Sommer die Gefahr auf, dass das Fach überall verschwinde.

    "Das Bildungsministerium hat ein Gesetzesprojekt vorbereitet und an die Duma geschickt, das die Liquidierung der regionalen Bildungskomponente und damit auch des Fachs "Grundlagen der orthodoxen Kultur" vorsieht, das eben im Rahmen dieser Komponente unterrichtet wird", erklärte der Pressesekretär der Organisation, Kirill Frolow.

    Auf die weitere Entwicklung der Situation angesprochen, meinte der Pressesprecher des Moskauer Patriarchats, dass das Bildungsministerium "natürlich allen den Vereinbarungen, die bezüglich des Unterrichts getroffen wurden, einen Riegel vorschieben" könne.

    "Wir befürchten administrativen Druck auf die lokalen Bildungsorgane. Nun schauen wir mal, welchen Willen es gibt. Nach einigen Aussagen der Führung des Bildungsministeriums können wir uns wohl auf eine aggressive Haltung ihrerseits einstellen. Dann wird mit Einwilligung des Ministeriums das Recht von Millionen Menschen niedergetreten", erklärte Wigiljanski.

    Gleichzeitig versicherte er, dass es keine Vorwürfe bei der Praxis der Unterrichtung der "Grundlagen der orthodoxen Kultur" gegeben habe. "Nirgendwo führte das zu nationalen oder religiösen Konflikten. Im Gegenteil, es gab nur positive Reaktionen", sagte er.

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