03:02 24 November 2017
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    Choleraausbruch: Russische Touristikbehörde rät von Indien-Reisen ab

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Die föderale Agentur für Tourismus (Rosturism) empfiehlt den russischen Reiseveranstaltern, ihre Kunden über die Gefahr der Ansteckung mit Cholera in Indien zu informieren.

    Das geht aus einer Mitteilung der Vereinigung der Reiseveranstalter Russlands (russ. Abk.: ATOR) hervor.

    Nach Angaben dieser Organisation ist der föderalen Agentur für Tourismus die Information der Botschaft Russlands in Indien übermittelt worden, der zufolge im Bundesstaat Orissa ein Ausbruch von Cholera registriert worden war. Nach dem heutigen Stand sind nach Angaben der Botschaft mehr als 100 Menschen an dieser Krankheit gestorben. Rund 2000 Menschen seien infiziert. Krankheitsherde gebe es in den Bezirken Koraput und Rayagada, heißt es.

    „Angesichts der entstandenen Situation empfiehlt die Touristikbehörde allen russischen Reiseveranstaltern, die Indien-Touren vermitteln, ihre Kunden in gehöriger Weise über die bestehende Ansteckungsgefahr zu informieren“, so die Mitteilung der Vereinigung.

    Die Vereinigung der Reiseveranstalter Russlands schreibt unter Berufung auf die Botschaft Russlands in Indien, dass die von den indischen Behörden eingeleiteten Maßnahmen nicht dafür ausreichen, die Ausbreitung der Infektion zu stoppen.

    Nach Angaben von ATOR verteilt sich der Hauptstrom von Touristen zwischen der indischen Hauptstadt Delhi und dem Bundesstaat Goa, doch die Ausländer besuchen oft den Bundesstaat Orissa an der indischen Ostküste. Für Touristen ist das „Goldene Dreieck“ - die Hauptstadt des Bundesstaates, Bhubaneshwar, und die Küstenstädte Puri und Konark, die für ihre Tempel, den Nationalpark Simlipal und mehrere Strandanlagen bekannt sind, besonders attraktiv.

    Wie der Inspekteur des Departements für Gesundheitswesen von Orissa, Dr. Pathaik, zuvor RIA Novosti mitteilte, hat sich die Zahl der an Cholera und anderen Magen- und Darmkrankheiten gestorbenen Menschen im Bundesstaat Orissa innerhalb von zwei Wochen auf 115 erhöht. Jetzt gehe die Sterblichkeit zur Neige. Laut Pathaik war das Cholera-Vibrio nur in Kashipur, einem der drei von Magen- und Darmkrankheiten betroffenen Verwaltungsbezirke, festgestellt worden.

    Die Ärzte führen den Ausbruch dieser Infektionen auf eine ungünstige hygienische Situation in einer Reihe von Gebieten zurück. Ostindien, wo auch der Bundesstaat Orissa liegt, ist einer der natürlichen Herde des Cholera-Vibrios. In vielen Ortschaften wird von der Bevölkerung Flusswasser getrunken, das Infektionen enthält.

    Die Ärzte befürchten keine Ausbreitung von Cholera über weitere Regionen des Landes, denn die betroffenen Gebiete liegen von größeren Städten entfernt und die einheimische Bevölkerung unternimmt keine weiten Reisen. Die Erkrankungsziffer geht allmählich zurück.