01:01 25 November 2017
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    Flugzeugkatastrophe über Bodensee: Vier Fluglotsen schuldig gesprochen

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    GENF, 04. September (RIA Novosti). Mehr als fünf Jahre nach der Flugzeugkatastrophe über dem Bodensee hat ein Schweizer Gericht sein Urteil gegen acht Mitarbeiter der verantwortlichen Flugsicherung Skyguide gefällt.

    Drei Angeklagte wurden wegen fahrlässiger Tötung von 71 Menschen zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, ein weiterer zu einer Geldstrafe. Vier weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

    In der Nacht zum 2. Juli 2002 waren ein russisches Passagierflugzeug Tu-154 und eine Boeing-747 von DHL über dem Bodensee in der Zuständigkeit von Skyguide zusammengestoßen. Dabei starben 71 Menschen, darunter 45 russische Kinder, die zum Urlaub nach Spanien reisten.

    Während des Prozesses beteuerten alle Angeklagten ihre Unschuld und machten den Fluglotsen Peter Nielsen für die Katastrophe verantwortlich.

    Nielsen hatte in der Unglücksnacht Dienst in der verantwortlichen schweizerischen Flugsicherung Skyguide. Im Februar 2004 wurde er vom Russen Vitali Kalojew aus Rache erstochen, der beim Zusammenstoß zweier Flugzeuge über dem Bodensee seine Frau und seine beiden Kinder verloren hatte.

    Im Oktober 2005 wurde Kalojew von einem Schweizer Gericht zu acht Jahren Zuchthaus wegen Mordes am Fluglotsen verurteilt. Am 18. Juni dieses Jahres milderte ein Gericht in Zürich die Haftstrafe von acht Jahren auf fünf Jahre und drei Monate.