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    Beresowski verlangt von Ukraine Rechnung für seine Investitionen in „orange“ Revolution - „Rossijskaja Gaseta“

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    Parlamentswahlen in der Ukraine (35)
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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Der russische Exil-Oligarch Boris Beresowski will von den Organisatoren der „orange“ Revolution in der Ukraine einen Finanzbericht für die Geldmittel verlangen, die er für die „Entwicklung der demokratischen Institute in der Ukraine“ überwiesen hat, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Wird das Gericht dem Großunternehmer Recht geben, so wird der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko zugeben müssen, dass die „orange“ Revolution nicht nur eine Energie der Massen widerspiegelte, sondern auch eine Aktion war, die beträchtliche Spesen verlangte. Darunter auch Geldspritzen ausländischer Sponsoren. Außerdem wird der ukrainische Staatschef zugeben müssen, dass seine engen Freunde in finanzieller Hinsicht nicht gerade sauber waren.

    Beresowskis Klage richtet sich gegen die Kandidaten bei den bevorstehenden Parlamentswahlen Dawid Schwanija und Alexander Tretjakow, die den hinter dem Präsidenten stehenden Wahlblock „Unsere Ukraine - Selbstverteidigung des Volkes“ vertreten. Der Oligarch verdächtigt, dass diese Politiker sich dieses Geld einfach angeeignet haben.

    Zum ersten Mal war der Skandal um „Beresowskis Geld“ im April 2005 ausgebrochen. Damals behauptete der im Londoner Exil lebende Großunternehmer, er habe die „orange“ Revolution gesponsert. Beresowski forderte einen Bericht von David Schwanija, der damals den Posten des Zivilschutzministers bekleidete, und Alexander Tretjakow, der zu jenem Zeitpunkt die Funktion des ersten Präsidentenberaters innehatte. Im September 2005 erklärte Präsident Juschtschenko offiziell, er habe kein Geld von Beresowski bzw. von anderen ausländischen Sponsoren bekommen. Dennoch mussten Schwanija und Tretjakow ihre damaligen Posten aufgeben.

    Während der Parlamentswahlkampagne 2006 machte sich Beresowski wieder bemerkbar. Wie er erklärte, reichte er bei einem britischen Gericht Klagen gegen Schwanija und Tretjakow sowie gegen die Firmen Elgrade Limited und Goldstar Agency Limited in Bezug auf die Nutzung von Geldmitteln in Höhe von 22,85 Millionen US-Dollar.

    Diesmal behauptet Beresowski, er habe seinen Partnern „ungefähr“ 45 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

    Ukrainische Beobachter sehen hinter der jüngsten Runde des Skandals den Wunsch Boris Beresowskis, dem ukrainischen Spitzenpolitiker und dessen Team dafür zu rächen, dass sie ihm keine Möglichkeit geboten haben, in der Ukraine geschäftlich aktiv zu sein.

    Experten zweifeln indessen daran, dass sich Schwanija und Tretjakow dieses Geld angeeignet haben. Höchstwahrscheinlich ist sich auch Beresowski dessen gut bewusst, dass das Geld für die Finanzierung der nahezu zwei Monate langen Demonstration der Oppositionellen in den kalten November- und Dezembertagen 2004 in Kiew ausgegeben wurde. Ein Tag dieser Kundgebungen kostete laut Schätzungen von Beobachtern mindestens eine Million Dollar. Zugleich kümmerten sich die Organisatoren der Massenproteste kaum um eine strenge Buchhaltung.

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