10:33 25 November 2017
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    Umfrage: Kaum ethnisch bedingte Aggressionen in Russland - „Nowyje Iswestija“

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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr haben 53 Prozent der befragten russischen Bürger praktisch niemals eine Aggression von Vertretern anderer Nationalitäten gespürt.

    Vier Prozent spüren diese Aggression sehr oft. Weitere elf Prozent der Befragten empfinden eine Aggressivität von Vertretern anderer Völkerschaften nicht selten. 29 Prozent gaben an, sie sind zwar selten, aber dennoch mit einer solchen Unfreundlichkeit konfrontiert worden, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Zugleich wurde festgestellt, dass die Russen und Russinnen selbst häufiger negativ gegen Vertreter dieser oder jener Nationalität eingestellt sind. So gaben 12 Prozent der Befragten an, sie empfinden diese Gefühle recht oft, weitere 32 Prozent empfinden diese „hin und wieder“. 53 Prozent behaupteten, für sie sind solche Gefühle völlig fremd.

    Danach gefragt, wie die Menschen darauf reagieren, wenn Halbwüchsige vor ihren Augen den Vertreter einer anderen Nationalität angreifen würden, gaben 30 Prozent der Befragten an, sie würden sich bestimmt einmischen, weitere 34 Prozent würden das nach ihren Worten „wahrscheinlich“ tun. 22 Prozent würden einen solchen Konflikt ignorieren. Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahre 2004 hatten 29 Prozent angegeben, sie würden teilnahmslos vorbeigehen.

    45 Prozent derjenigen, die sich nicht einmischen würden, gaben die Angst um ihr Leben als den Hauptgrund dafür an. Weitere 15 Prozent wollen sich „nicht in Geschichten einmischen, die sie nicht persönlich betreffen“. 29 Prozent sind ihrer Kräfte nicht sicher. 20 Prozent erklärten ihre Weigerung, sich einzumischen, damit, dass sie nicht wissen, wer am Konflikt schuld war. Neun Prozent ließen zu, dass das „Opfer“ die Jugendlichen selbst provoziert haben konnte - das war für sie auch der Grund, warum sie sich nicht einmischen würden.

    Nach Ansicht von Experten gibt es in Russland keine rein ethnisch bedingte Aggression. „Unter den Bedingungen, wo es keine Möglichkeit gibt, politische und soziale Ansichten bzw. Bedürfnisse zu bekunden, schließen sich die Menschen auf der Grundlage der einfachsten Prinzipien - der ethnischen und der religiösen - zusammen“, sagte Emil Pain, Leiter des Zentrums für ethnopolitische und religiöse Studien. In den Ländern, in denen die Stabilität nicht durch Kompromisse zwischen verschiedenen politischen Kräften, sondern durch das Dominieren einer einzelnen Kraft beim Ausbleiben einer Konkurrenz gewährleistet wird, „ist die Entstehung aller Formen des sozialen Protestes in einer ethnisch gefärbten Form außerordentlich wahrscheinlich“, betonte der Experte.

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