12:05 24 November 2017
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    Estland sieht Russland nicht mehr hinter Hacker-Angriffen

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    Estlands Verteidigungsminister Jaak Aaviksoo hat nach eigener Aussage keine Beweise dafür, dass hinter den Hacker-Angriffen auf estnische Regierungs-Webseiten vom April und Mai der Kreml oder russische Behörden stehen.

    TALLINN, 06. September (RIA Novosti). Estlands Verteidigungsminister Jaak Aaviksoo hat nach eigener Aussage keine Beweise dafür, dass hinter den Hacker-Angriffen auf estnische Regierungs-Webseiten vom April und Mai der Kreml oder russische Behörden stehen.

    „Jetzt kann ich nicht mehr behaupten, dass die Hacker-Angriffe aus dem Kreml oder von russischen Staatseinrichtungen dirigiert wurden“, sagte Aaviksoo am Mittwoch im estnischen Fernsehsender Kanal2.

    Auch die Blockade der estnischen Botschaft in Moskau, die russische Jugendorganisationen als Antwort auf die Demontage des sowjetischen Kriegsdenkmals in Tallinn organisiert hatten, seien nicht unbedingt vom Kreml inspiriert worden, gab der estnische Minister zu. Nach den Attacken wurden zwar einige IP-Adressen identifiziert, doch Hacker griffen öfter von falschen IP-Adressen aus an, sagte er. Außerdem sei festgestellt worden, dass estnische Webseiten von Tausenden Computern in aller Welt attackiert worden waren.

    Die Webseiten des estnischen Präsidenten, der Regierung, des Außenministeriums, des Parlaments und anderer Staatseinrichtungen waren von Hackern lahmgelegt worden. Die Hacker-Attacken begannen, nachdem die Behörden in Tallinn das sowjetische Soldatendenkmal abgerissen und die Umbettung der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten, die an dem Denkmal begraben waren, beschlossen hatten. Der Streit um die Verlegung des Denkmals belastete das Verhältnis zwischen Russland und Estland schwer.

    Der estnische Ministerpräsident Andrus Ansip und andere Politiker beschuldigten Russland, Hacker-Angriffe auf die Internetseiten von estnischen Regierungseinrichtungen organisiert zu haben. Moskau wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. EU- und NATO-Experten fanden bei der Ermittlung zu den Attacken keine Spuren, die nach Russland führen.

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