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    Bodensee-Unglück: Hinterbliebene streben Klage gegen Schweizer Regierung an

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    NISCHNI NOWGOROD, 06. September (RIA Novosti). Mehr als fünf Jahre nach der schweren Flugzeugkatastrophe über dem Bodensee wollen Familienangehörige der Opfer die Schweizer Regierung verklagen, die 99 Prozent an der verantwortlichen Flugsicherung Skyguide besitzt.

    Das teilte Sulfat Chammatow, Vorsitzender eines von Opferangehörigen gebildeten gesellschaftlichen Komitees mit, am Donnerstag RIA Novosti mit. Ihm zufolge ermöglicht der neuerliche Schuldspruch gegen Skyguide-Mitarbeiter eine Klage gegen die Schweizer Regierung.

    An diesem Dienstag hatte ein Schweizer Gericht vier Skyguide-Mitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung von 71 Menschen zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, einen Weiteren zu einer Geldstrafe. Vier weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

    In der Nacht zum 2. Juli 2002 waren ein russisches Passagierflugzeug Tu-154 und eine Boeing-747 von DHL über dem Bodensee im Kontrollbereich von Skyguide zusammengestoßen. Dabei starben 71 Menschen, darunter 45 russische Kinder, die zum Urlaub nach Spanien reisten.

    Fluglotse Peter Nielsen, der in der Unglücksnacht Dienst in Skyguide hatte, wurde im Februar 2004 vom Russen Vitali Kalojew aus Rache erstochen, der bei dem Zusammenstoß seine Frau und seine beiden Kinder verloren hatte.

    Im Oktober 2005 wurde Kalojew von einem Schweizer Gericht zu acht Jahren Zuchthaus wegen Mordes verurteilt. Am 18. Juni dieses Jahres milderte ein Gericht in Zürich die Haftstrafe von acht Jahren auf fünf Jahre und drei Monate. Das Gericht entschied zudem, dass Kalojew, der bereits seine Strafe zu zwei Drittel abgebüßt hat, am 24. August aus dem Gefängnis entlassen werden darf. Doch die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen den Entscheid ein.

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