05:30 21 November 2017
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    Neonazistische Jugendbande in Israel ausgehoben

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    TEL AVIV, 10. September (RIA Novosti). Die israelische Polizei hat unter dem Verdacht der Gründung einer neonazistischen Organisation und zahlreicher rassistischer Verbrechen acht russischsprachige Jugendliche verhaftet.

    Wie ein Polizeisprecher der RIA Novosti mitgeteilt hat, werden den aus dem postsowjetischen Raum stammenden Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren Gewalttaten gegen Ausländer, Araber und orthodoxe Juden zur Last gelegt. Sie werden außerdem der Rassenhetze und der illegalen Aufbewahrung von Waffen und Sprengstoffen beschuldigt. Die Verhaftung erfolgte schon vor einem Monat, doch wurde die Bekanntgabe des Falls im Interesse der Ermittlungen erst jetzt genehmigt. Ein neunter Verdächtiger konnte sich der Verhaftung entziehen. Nach Angaben des Gesprächspartners der RIA Novosti wird nach ihm gefahndet.

    Die Polizei veröffentlichte Videoaufnahmen, mit denen die mutmaßlichen Neonazis ihre „Heldentaten“ verewigten. In einer Szene, begleitet von aufpeitschender Musik, jagen die Jugendlichen in einem Untergang ihr Opfer, einen ausländischen Arbeiter. Sie werfen ihn zu Boden und bearbeiten ihn mit Fußtritten, nach Möglichkeit ins Gesicht.

    Am Ende der Aufnahme, die im Fernsehen zu sehen war und auch in der Regierungssitzung vorgeführt wurde, erheben die Bandenmitglieder die Hand zum Hitlergruß, während sie in der anderen eine Hakenkreuzfahne halten.

    Fast alle Verdächtigen sind keine strenggläubigen Juden. Sie entstammen den früheren Sowjetrepubliken und haben gemäß dem Heimkehrergesetz die Staatsbürgerschaft bekommen, wie sie jüdischen Abkömmlingen bis in die dritte Generation zusteht.

    Im Fernsehen wurde berichtet, dass Innenminister Meir Schitrit ihnen die israelische Staatsbürgerschaft entziehen will, sollte sie das Gericht für schuldig befinden.

    Mehrere Politiker sprachen sich angesichts des erschütternden Falls für eine Verschärfung der Einwanderungsgesetze aus. Premierminister Ehud Olmert spielte den Vorfall jedoch als einen Einzelfall herunter, der keine „Entscheidungen, die ganze Schichten der israelischen Gesellschaft betreffen würden“, erforderlich macht.

    „Enthalten wir uns Verallgemeinerungen und diskreditieren wir nicht ganze Bevölkerungsschichten. … Ich bin überzeugt, dass die Polizei und das Rechtssystem der Lage angemessen Herr werden“, heißt es in einer Erklärung, die die Pressestelle des Regierungschefs verbreitet hat.

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