19:27 22 November 2017
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    Sechs Jahre nach 9/11-Tragödie sind Wolkenkratzer wieder „in“ - „Expert“

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    MOSKAU, 11. September (RIA Nowosti). Für den 18. September - wenige Tage nach dem 6. Jahrestag der WTC-Tragödie in New York - ist in Moskau die Grundsteinlegung für den Wolkenkratzer Rossija geplant, der das höchste Gebäude der Welt werden soll. Für das Projekt ist Architektenstar Norman Foster zuständig, schreibt das Moskauer Magazin „Expert“ in seiner jüngsten Ausgabe.

    Ob Rossija im Endeffekt zum welthöchsten Gebäude wird - das kann man nicht einmal erahnen: Das weltweite Wolkenkratzer-Wettrennen, das nach dem furchtbaren Terrorakt am 11. September 2001 erst einmal zum Stillstand gekommen war, ist in den vergangenen fünf Jahren wieder zunehmend im Gange.

    Recht schnell haben die Wolkenkratzer den Stempel eines Unheils abgeschüttelt, der nach dem 11. September an ihnen haftete. Schon im Sommer danach war der amerikanische Pavillon bei der Architektur-Biennale in Venedig von Wolkenkratzer-Projekten voll gestopft.

    Ende der 90er Jahre wurde klar, dass Moskau mit einem eigenen supermodernen, das heißt Geschäftsviertel mit superhohen Gebäuden ins neue Jahrtausend gehen muss. Es war quasi unangemessen, ohne Wolkenkratzer dazustehen. So entstand das Moscow-City-Projekt mit verschiedenen Wolkenkratzern.

    Nun hat sich auch Sankt Petersburg mit seinem Gasprom-Turm-Projekt zum Wettrennen gemeldet. Als ob sich sonst niemand auf der Welt daran erinnern würde, dass es eine Stadt wie Sankt Petersburg auf der Welt gibt, die Moskau mit ihrer Schönheit, ihrem europäischen Geist und nach dem Interesse der Touristen stets übertroffen hat.

    Die Geschichte mit dem Turm in Sankt Petersburg, wo die Errichtung von Gebäuden mit mehr als 48 Meter Höhe gesetzlich verboten ist, ist ein weiterer Beweis dafür, dass ein Wolkenkratzer heute eine Art Pflicht für Orte ist, die zukünftig eine Rolle spielen wollen.

    Aus dieser schier ausweglosen Situation könnte es zwei Auswege geben. Erstens einen Wolkenkratzer zu entwerfen, der nach Belieben schnell noch höher aufgebaut werden könnte. Zweitens einen anderen Rekord zu wagen - nach dem Ausbleiben von Wolkenkratzern am Horizont.

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