04:48 24 November 2017
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    Fastenmonat Ramadan beginnt in der islamischen Welt

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    ABU DHABI, 12. September (RIA Novosti). Nach dem Sonnenuntergang am Mittwoch beginnt für die Moslems in der ganzen Welt die Fastenzeit - und zwar gleichzeitig mit dem neuen Mondmonat Ramadan nach dem Mekka-Kalender.

    Die meisten islamischen Länder begehen den Ramadan zu ein und derselben Zeit, doch gibt es auch Ausnahmen. In Libyen begann man schon in der vergangenen Nacht zu fasten, und im Oman wird der vorausgehende Monat Schaaban erst am Donnerstag am Ende des Tageslichtes zu Ende gehen.

    Die Fasten bedeuten für die Moslems, zu heller Tageszeit nicht zu essen, nicht zu trinken und nicht zu rauchen. Außerdem sollen sie gute Taten vollbringen, beten und den Koran lesen. In den arabischen Ländern wird der Arbeitstag in den staatlichen Einrichtungen auf fünf Stunden, in Privatunternehmen auf sechs Stunden eingeschränkt. Das gilt auch für die Beschäftigten aller Konfessionen.

    In dem für die Moslems heiligen Monat sind die Plätze vor den Moscheen mit Teppichen für gemeinsame Abendessen gedeckt, zu denen Bettler, Arme, Wanderer und alle, die es wünschen, eingeladen werden. In einigen Ländern werden in den Städten „Ramadan-Zelte“ zu religiösen Unterhaltungen und gemeinsamem nächtlichem Essen aufgeschlagen. In den Flugzeugen der arabischen Fluggesellschaften wird ein „Ramadan-Menü“ eingeführt, das leckerere, festliche Speisen anbietet. Gefängnishäftlinge werden zum Teil amnestiert.

    Ihre Abende und Nächte widmen die Araber während des Ramadan dem inneren Gespräch mit Allah, auch treffen sie sich mit Verwandten, Nachbarn und Freunden zum Abendmahl. Auch soll man sich in einigen Nächten ganz den Gebeten in den Moscheen widmen. In Mekka und Medina herrscht in diesen Tagen ein besonderes Leben. Diese zwei heiligen islamischen Städte sind während des Ramadan von Pilgern überschwemmt. Das Vollbringen des kleinen Hadj (Umra) in dem Monat der Vergebung, Barmherzigkeit und Güte wird der Wallfahrt Gefolge von Mohammed gleichgestellt.

    In der Hauptmoschee von Mekka, Al Haram al-Sharif, sind medizinische Stellen eingerichtet, eigens geschulte Fremdenführer sind bereit, die Gläubigen in religiösen Fragen zu beraten, es gibt auch entsprechende Schriften. Ferner gibt es Autos für die Hadj-Routen und Teams, die „besonders wichtige Personen“ und kranke und hilflose Pilger betreuen. Wohlhabende Moslems müssen während des Ramadan den Armen helfen. Das Leben in den Städten und Dörfern ist in den islamischen Ländern an den Fasttagen völlig der Ausübung der Rituale und Gebote unterordnet. Die Straßen leeren sich tagsüber, und gegen Abend füllen sie sich mit den Menschen. Die Geschäfte und Märkte haben weit bis nach Mitternacht auf.

    Das moslemische Fasten gehört zu den härtesten religiösen Beschränkungen, die sich die Anhänger verschiedener Glaubensbekenntnisse auferlegen. Es wurzelt im tiefen Altertum und ist wahrscheinlich durch die Lebensbedingungen in Arabien in den längst vergangenen schweren Zeiten diktiert. Die Einwohner von Altägypten zum Beispiel fasteten jeden Monat, aber nicht über drei Tage lang.

    Der Name des neunten Monats des Mekka-Kalenders, des Ramadan, ist von „ramida“ (dt: „heiß, erhitzt“) abgeleitet. Im Altertum erschlaffte das Leben zu dieser Zeit wegen der am Tage herrschenden Hitze und belebte sich erst nachts wieder.

    Bei den Arabern heißt dieser Monat auch „dumpf“, weil nicht einmal ein Waffengeklirr zu hören war. In den vergangenen Jahren fällt der Ramadan nicht mehr mit der schlimmen Hitzeperiode zusammen. Die ersten Wochen des jetzigen Fastens werden die Einwohner der arabischen Städte bei 40 Grad plus erleben.