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    Russlands Selbstmord-Statistik: Norden stärker gefährdet als Süden

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    MOSKAU, 03. Oktober (RIA Novosti). Südrussen begehen viel seltener Selbstmord als in Nordrussland lebende Bürger.

    Das sagte die Chefpsychiaterin des russischen Gesundheitsministeriums und Direktorin des Serbski-Forschungszentrums für Sozial- und Gerichtspsychiatrie, Tatjana Dmitrijewa.

    „In den südlichen Regionen Russlands ist die Suizid bedingte Sterblichkeitsrate viel geringer als im Norden des Landes; im Kaukasus ist dieser Wert zum Beispiel gleich Null. Zugleich ist er in solchen Republiken wie der Republik Komi (Nordwestrussland), Udmurtien (Wolga), Mari El (ebenfalls Wolga) 120 Mal größer als in anderen Regionen“, konstatierte die Chewpsychiaterin bei einer Pressekonferenz in Moskau.

    Ihr zufolge treten Selbstmorde in der Republik Komi und Udmurtien oft bei der dortigen Urbevölkerung auf. „Bei einer Vermischung von Völkern mit unterschiedlichen Sprachen und unterschiedlicher Kultur, wenn zwei verschiedene Welten aufeinander stoßen, tritt diese Tendenz der Zunahme der Selbstmord- und Depressionsfälle auf“, erklärte sie.

    Jedoch wandte sie ein, dass die Anzahl der Selbstmorde in verschiedenen nördlichen Regionen des Landes in den letzten drei bis vier Jahren um sieben bis neun Prozent zurück gegangen sei.

    Sergej Jenikolopow aus dem Forschungszentrum für psychische Gesundheit der Russischen Akademie der medizinischen Wissenschaften betonte seinerseits, dass die südlichen, darunter die kaukasischen Völker in Russland weniger suizidgefährdet seien, da „dort fast jeder Mensch viele Verwandte und freundschaftliche Beziehungen hat“.

    „Deshalb können die Menschen dort sogar aus den kompliziertesten Situationen einen Ausweg finden, weil Verwandte oder Freunde immer helfen; sie verfügen über sehr stark entwickelte Familien- und Freundschaftsverhältnisse“, führte Jenikolopow aus.

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