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    Verdächtiger im Mordfall Litwinenko sieht sich Attentatsopfer

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    MOSKAU, 01. November (RIA Novosti). Der russische Unternehmer Andrej Lugowoi, den die britische Justiz hinter dem Giftmord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko sieht, hat sich nach eigenen Angaben in London mit Polonium verseucht.

    Die Vorwürfe, dass er Polonium selber nach London mitgebracht habe, wies Lugowoi am Donnerstag erneut als falsch zurück. In dem Flugzeug, mit dem er und sein Geschäftspartner Dmitri Kowtun nach London geflogen waren, waren keine Spuren der tödlichen Substanz gefunden worden, begründete er. Dafür wurden diese Spuren im Büro einer Londoner Firma gefunden, das er und Kowtun besucht hatten, sowie im Flugzeug, mit dem sie zurückgekehrt waren, sagte Lugowoi auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

    Außerdem sei die radioaktive Substanz an Gegenständen entdeckt worden, die Litwinenko mehrere Monate vor seinem Tod benutzt hatte, sagte der Unternehmer. Er selber habe keinen Zugang zu diesen Gegenständen gehabt.

    „Die Poloniumspuren führen nicht aus Russland nach Großbritannien, sondern umgekehrt“, stellte Lugowoi fest. Er sähe sich selbst und seine Familie als Opfer eines atomaren Attentats in Großbritannien.

    Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Litwinenko, war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht. Nach monatelangen Ermittlungen machte die britische Justizbehörde Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderte in diesem Mai seine Auslieferung. Moskau lehnte die Forderung ab, weil das Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet. Lugowoi selbst beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück.

    Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen mit Russland auf Eis. Auch Russland erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata und stellte die Visa-Ausstellung für britische Offizielle ein.

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