17:00 24 Juni 2018
SNA Radio
    Panorama

    Neue Runde im Überflugstreit: Russland sperrt Lufthansa-Konten - „Wremja Nowostej"

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Die Konten der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa in Russland sind auf Klage der Steuerbehörden gesperrt worden, berichtet die russische Zeitung „Wremja Nowostej“ am Freitag.

    Die deutsche Fluggesellschaft teilte mit, dass ihre Maschinen weiterhin wie üblich nach Russland fliegen und keine Ausfälle im Flugplan zu erwarten seien. Experten äußern die Vermutung, dass ein Betrag von fünf bis sieben Millionen Euro eingefroren worden ist. Ihrer Ansicht nach wird Lufthansa Anstrengungen unternehmen, um schnellstmöglich wieder auf die Konten zugreifen zu können. Doch ist die Steuerbehörde nicht das einzige Amt, das dem deutschen Flugunternehmen in Russland Probleme bereitet.

    Experten gehen davon aus, dass sie Steueransprüche an die Lufthanseaten nicht öffentlich und ohne Kontensperre hätten geregelt werden können, wie das zum Beispiel etwas früher mit der niederländischen KLM geschah, wobei Gerichte außen vor blieben.

    Aber zwischen Lufthansa und dem russischen Transportministerium sind die Beziehungen ohnehin angespannt. Die Russen wollen, dass die Frachtflüge der deutschen Fluggesellschaft von Europa nach Asien mit einem Zwischenstopp in Russland (in Krasnojarsk oder Nowosibirsk) erfolgen. Lufthansa steuert nach dem Überflug über Russland bislang jedoch Astana als Drehkreuz an (Kasachstan). Auf diese Weise rechnet das Ministerium damit, die Auslastung und Ertragsfähigkeit der sibirischen Flughäfen zu erhöhen. Lufthansa kommt dem Ministerium bisher nicht entgegen mit der Begründung, die ihr angebotenen russischen Flughäfen lassen in technischer Hinsicht zu wünschen übrig.

    Im vorigen Jahr versuchte das Transportministerium den unnachgiebigen Deutschen mit Druck zuzusetzen. Am 28. Oktober verlängerte die russische Flugaufsicht Lufthansa Cargo nicht die Lizenz zum Überflug. Einige Tage später durften die deutschen Frachtmaschinen den russischen Luftraum wieder nutzen - aufgrund einer provisorischen Genehmigung. Zuerst galt sie bis zum November, wurde dann aber bis Anfang März 2008 verlängert.

    Dieser Termin nähert sich unweigerlich und bringt eine Verschärfung der Diskussion mit sich, in welchem Land die Lufthansa die Transitstopps bezahlen muss: in Kasachstan oder doch in Russland. Wenn die Kontensperre Bestandteil der weiteren Verhandlungen ist, könnte sie etwas länger dauern, als es den Deutschen lieb wäre.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren