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    Mutmaßlicher Waffenbaron aus Russland in Thailand festgenommen - Hintergrund

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    Am Donnerstag ist Viktor But, russischer Staatsbürger, dem die Verwicklung in umfassende illegale Waffengeschäfte in mehreren Regionen der Welt vorgeworfen wird, auf Antrag der USA in seinem Hotelzimmer in der thailändischen Hauptstadt Bangkok festgenommen worden.

    MOSKAU, 07. März (RIA Novosti). Am Donnerstag ist Viktor But, russischer Staatsbürger, dem die Verwicklung in umfassende illegale Waffengeschäfte in mehreren Regionen der Welt vorgeworfen wird, auf Antrag der USA in seinem Hotelzimmer in der thailändischen Hauptstadt Bangkok festgenommen worden.

    Die US-Administration hatte 2006 Sanktionen gegen But beschlossen, den Washington als einen der größten Waffenhändler bezeichnet. 2005 sperrten die USA die Aktiva von 30 Firmen, die mit dem Geschäftsmann in Verbindung standen, und übergaben dem US-Sanktionsausschuss Daten über diese Firmen.

    Nach Angaben des amerikanischen Finanzministeriums besitzt But ein Netz von Lufttransportunternehmen in mehreren Nahost-Ländern sowie in Afrika, Osteuropa und den USA.

    Außerdem kontrolliere But die weltgrößte private Luftflotte, die aus Transportflugzeugen aus sowjetischer Produktion bestehe. Damit verfüge der "Waffenbaron" über die Möglichkeit, Panzer, Hubschrauber und andere Waffen tonnenweise in alle Teile der Welt zu befördern.

    "Die von ihm oder unter seiner Vermittlung verkauften Waffen dienten dem Schüren von Konflikten sowie der Unterstützung von Regimes, gegen die UN-Sanktionen beschlossen worden waren, so in Afghanistan, Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Ruanda, Sierra-Leone und Sudan", stellt das US-Finanzministerium fest.

    But selbst dementierte in Interviews für russischen Massenmedien stets seine Beteiligung an illegalen Waffengeschäften.

    Viktor But, Jahrgang 1967, hatte die Hochschule für Militärdolmetscher in Moskau absolviert. Seinen Militärdienst absolvierte er im 339. Militärlufttransport-Regiment in der Stadt Witebsk, im Nordwesten Russlands. 1991 quittierte er den Militärdienst als Oberleutnant und ging 1992 ins Ausland.

    Nach eigenen Worten begann But seine Großgeschäfte mit Lieferungen von Schnittblumen in die Golfländer. 1997 baute er außerdem eine Kühlanlage in Südafrika und nahm Lieferungen von Tiefkühlgeflügel nach Nigeria auf.

    Nach Interpol-Angaben besaß But Anfang dieses Jahrhunderts bereits ein Netz von Unternehmen - von einer Gesellschaft für Flugzeugreparaturen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis hin zu einer Chartergesellschaft in Miami.

    Die ersten Anschuldigungen gegen But wurden in einem Bericht der Organisation Human Rights Watch für den Sicherheitsrat wegen illegalen Waffenlieferungen nach Liberia erhoben. 2002 wurde ein Haftbefehl gegen ihn in Belgien erlassen, wonach But in die Vereinigten Arabischen Emirate übersiedelte.

    2002 bezeichneten die amerikanischen Medien But als Besitzer des größten illegalen Waffenhandelsnetzes. Laut diesen Angaben erwarb But Waffen in der Ukraine, in Moldawien und Bulgarien und setzte diese trotz des UN-Embargos, unter anderem im Austausch gegen Rohdiamanten, in Angola, Kongo, Sierra-Leone und anderen Ländern ab.

    Presseberichten zufolge schloss But bis 2000 mindestens 38 Geschäfte über Waffenlieferungen in Krisengebieten Asiens und Afrikas unter Umgehung der UN-Sanktionen.

    Nach Angaben des britischen Geheimdienstes MI-6 lieferte But Waffen für 30 Millionen Dollar an die Taliban-Milizen.

    2006 beschloss die US-Administration Sanktionen gegen But. Präsident Bush ließ Buts Namen auf die Liste der Personen setzen, deren Konten in Amerika gesperrt werden sollten.

    But selbst wies die Anschuldigungen in Interviews für russische Massenmedien kategorisch zurück. Die Vorwürfe der amerikanischen Justizbehörden gegen ihn führte But auf den Wunsch des Weißen Hauses zurück, dessen Misserfolge bei der Regelung von Konflikten in Zentralafrika zu rechtfertigen.