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    Russland verbannt koreanischen „Spion“ aus Weltraumprogramm - „Iswestija“

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    MOSKAU, 11. März (RIA Novosti). Der erste koreanische Raumfahrer Ko San wird einen Monat vor dem auf den 8. April geplanten Start des Raumschiffs Sojus TMA-12 wegen Verletzungen des Verhaltenskodex ersetzt, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Formell hat das koreanische Wissenschaftsministerium die Entscheidung getroffen, doch das geschah nicht ohne Druck von der russischen Seit.

    „Die Entscheidung über die Ablösung des Raumfahrers hat die koreanische Seite getroffen, doch wir haben darum gebeten“, sagte der Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow. „Ko San hat mehrmals die Arbeitsinstruktionen mit Dokumenten verletzt, die Papiere aus dem Lernbereich mitgenommenm. Die Warnungen ließ er außer acht. Und wir haben beschlossen, Härte zu zeigen.“

    „Ich glaube nicht, dass er ein Spion ist“, fuhr Perminow fort. „Ein Spion würde professionell handeln, und der wollte nur Geld verdienen. Die koreanische Seite hat weise gehandelt. Wir haben viele gemeinsame Projekte, und es wäre ungünstig, die Beziehungen nach den Präsidentenwahlen in beiden Ländern zu verschärfen.“

    Seit den 90er Jahren, als die regelmäßigen Besuche von ausländischen Astronauten zur russischen Weltraumstation „Mir“ begannen, bis zur heutigen Zeit, als die ausländischen Raumfahrer in den nationalen Segmenten der ISS arbeiten, zeigen die Ausländer oft zu viel Interesse an den russischen Lebenserhaltungssystemen, die in der Raumfahrt als unübertroffen gelten. Gennadi Strekalow, Leiter von vielen Teams, berichtete, dass er ausländische Raumfahrer oft auf frischer Tat ertappte, als sie Details der Ausrüstung, beispielsweise Sauerstoffkörper, einstecken wollten. Manchmal sagten sie dabei mit unschuldiger Miene, dass sie einfach ein Foto von dem Detail in ihrem Stationssegment bei besserer Beleuchtung machen wollten, so Strekalow.

    Der 31-jährige Ko San, Fachmann in Robotertechnik und Computersystemen, der bei einem Wettbewerb unter 36 000 Bewerbern als Sieger hervorging und die besten professionellen Schätzungen erhielt, hatte im Sternenstädtchen seit langem den Spitznamen „Spion“ weg. Er ist beruflich eng mit Samsung verbunden.

    Nach den Informationen der Zeitung hatte Ko San versucht, Materialien heranzukommen, die zu seinem Vorbereitungsprogramm keinen Bezug hatten. Er hatte sogar Pakete nach Hause geschickt, die außer persönlichen Sachen dienstliche Papiere enthielten. Korea hatte aber diese Pakete nach Russland zurück geschickt. Offensichtlich wurde es, als der Koreaner die Instruktion zur Steuerung der Sojus ergatterte, zu der er keinen Zugang hatte.

    „Ko San ist kein neugieriger Jugendlicher, er wusste, was er darf und was nicht, und er hat sich dazu schriftlich verpflichtet“, sagte einer von den Leitern des Kosmonauten-Trainingszentrums. „Es ist die Roskosmos, die über alle politischen Fragen entscheidet“, sagte der Leiter des Kosmonauten-Ausbildungszentrums, Generalleutnant Wassili Ziblijew. „Wir bilden die Kosmonauten aus und legen Rechenschaft über Regelverletzungen ab.“

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