12:16 23 August 2017
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    Todesfälle bei Adoptivkindern aus Russland im Ausland - Behörde fordert strengere Regeln

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    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Das unabhängige Adoptionsverfahren in Russland muss strenger geregelt werden, damit russische Kinder in ihren Adoptivfamilien im Ausland nicht ums Leben kommen.

    Diese Auffassung vertritt die Direktorin des Departements für Erziehung, Zusatzbildung und Sozialschutz der Kinder des russischen Ministeriums für Bildungswesen und Wissenschaft, Alina Lewitskaja, in einem Gespräch mit RIA Novosti.

    Es gelte, Änderungen an der russischen Gesetzgebung durchzusetzen und mögliche Adoptiveltern aus dem Ausland psychologischen Tests zu unterziehen.

    Durch Verschulden ausländischer Adoptiveltern sind seit 1996 insgesamt 15 russische Kinder (14 in den USA und eines in Kanada) gestorben.

    Der jüngste tragische Vorfall ereignete sich am 8. Juli in den USA, als Miles Harrison, Adoptivvater des eineinhalbjährigen Dima Jakowlew, das Kind in dem in der Sonne abgestellten Auto zurückgelassen hatte. Das Kind starb an Überhitzung. Harrison wurde wegen fahrlässiger Tötung verhaftet.

    Laut Lewitskaja lässt sich das Schicksal eines russischen Pflegekindes im Ausland im Rahmen der unabhängigen Adoption viel schwieriger verfolgen, als über Vertretungen der in Russland akkreditierten internationalen Organisationen.

    Wie die Expertin weiter anmerkte, wird der russische Staat die Tätigkeit der Vertretungen der internationalen Adoptionsorganisationen überwachen und bei geringsten Verstößen gegen die Gesetzgebung ihre Tätigkeit im Land aussetzen.

    "Sollte es zu ernsthaften Verstößen kommen, haben wir das Recht, die Einstellung der Tätigkeit der betreffenden Organisation in Russland zu beantragen", sagte die Beamtin.

    Zurzeit gibt es in Russland 71 Organisationen, die sich mit der Adoption russischer Kinder durch ausländische Familien befassen. Dazu gehören zwei staatliche Organisationen - aus Frankreich und Italien - und 69 Vertretungen nichtkommerzieller, nichtstaatlicher Organisationen aus zehn Ländern.

    Russische Waisenkinder werden vorwiegend von US-amerikanischen, spanischen und italienischen Familien adoptiert.

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