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    USA wollen Auslieferung von "Waffenbaron" But durch Thailand finanziell beeinflussen

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    Die Verzögerung der Auslieferung des in Thailand im März festgenommenen russischen Geschäftsmanns Viktor But bestätigt Russlands Versuche, die Extradition zu verhindern.

    WASHINGTON, 02. August (RIA Novosti). Die Verzögerung der Auslieferung des in Thailand im März festgenommenen russischen Geschäftsmanns Viktor But bestätigt Russlands Versuche, die Extradition zu verhindern.

    Das sagte Douglas Farah, Experte im Zentrum für internationale Einschätzungen und Strategie in Washington, in einem Bericht an den US-Kongress. Ihm zufolge könnten die USA zur finanziellen Hilfe als "Mittel zur Beeinflussung" der Regierung von Thailand greifen.

    Der 35-jährige But wurde am 6. März 2008 in Thailand festgenommen. Die USA werfen ihm illegale Waffenlieferungen, unter anderem an die kolumbianischen FARC-Rebellen, vor. Die FARC soll in Drogengeschäfte verwickelt sein.

    Washington fordert Buts Auslieferung. Der Russe beteuert seine Unschuld. Die thailändischen Behörden kündigten an, But keinen Prozess in Thailand machen zu wollen.

    "Der Fall But ist ein klassisches Beispiel dafür, wie die Hilfe der USA der Erreichung der Ziele der US-Politik dienen kann", heißt es in dem Bericht an den Kongress.

    Farah zeigte seine Beunruhigung im Zusammenhang damit, dass am vergangenen Montag das Gericht von Bangkok die Entscheidung über Buts Auslieferung erneut verschoben hatte.

    "Die Tatsache, dass die offizielle Gerichtsverhandlung über das Auslieferungsbegehren der USA schon zweimal verschoben wurde, ist ein unheilvolles Anzeichen dafür, dass Herr But und seine Anhänger in der russischen Regierung alles Mögliche unternehmen, um das thailändische Gerichtsverfahren zu stören", erklärte der Experte.

    Nach seinen Worten werden russischerseits Vorschläge vorteilhafter Erdöl- und Gasgeschäfte sowie einer militärtechnischen Zusammenarbeit im Austausch dafür angeboten, Herrn But nach Russland zurück zu bringen, wo er in der Tat auf freien Fuß gesetzt wird.

    Farah hat dem Kongress empfohlen, die Frage der Nutzung finanzieller und sonstiger Hilfe als Anreiz für die Behörden von Thailand zu erwägen. Seiner Meinung nach muss die US-Regierung und der Kongress "im Falle, wenn Herr But nicht ausgeliefert wird, eindeutig erklären, dass dies ernsthafte Folgen haben wird".

    Die US-Administration hatte bereits im Jahr 2006 Sanktionen gegen den Unternehmer But verhängt. 2005 hatten die US-Behörden die Vermögenswerte von 30 Firmen gesperrt, die mit But zusammenhängen.

    Nach Angaben des US-Finanzministeriums besitzt der Russe zahlreiche Flugunternehmen im Nahen Osten, in Afrika, in Osteuropa und in den USA. Die von But verkauften Waffen sollen in den Besitz von Regimes gelangt sein, gegen die die Vereinten Nationen Sanktionen verhängt hatten, darunter in Afghanistan, Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Sierra Leone und dem Sudan.

    In einem Grußschreiben des Repräsentantenhauses an die US-Bundesbehörde für Drogenbekämpfung zu ihrem 35. Gründungstag im Juli wurde die Festnahme des Russen Viktor But als ein großer Erfolg bezeichnet.

    Aus diesem Anlass wurden einige Personen aufgezählt, deren Festnahme bedeutend zur Bekämpfung der internationalen Kriminalität beigetragen haben soll. Neben dem New Yorker Heroinhändler Nicky Barnes, dem südostasiatischen "Opiumkönig" Khun Sa und dem afghanischen Drogenbaron Haji Baz Mohammad wurde in diesem Zusammenhang auch der russische Geschäftsmann But genannt. Er wurde in der Resolution als "internationaler Waffenhändler" bezeichnet.

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