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    Familie des ermordeten spanischen Autors Lorca willigt in Öffnung seines Grabes ein

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    MOSKAU, 18. September (RIA Novosti). Die Angehörigen des spanischen Dramaturgen und Dichters Federico Garcia Lorca haben ihr Einverständnis für die Öffnung des Massengrabs gegeben, in dem er mit zwei Toreros und einem Lehrer, die von den Frankisten am 18. August 1936 umgebracht worden waren, angeblich beigesetzt wurde.

    Das meldet die Agentur FP.

    Die Enkelin des Lehrers Dioscoro Galindo versucht bereits seit rund 15 Jahren die Öffnung des Grabes durchzusetzen, um die "Gebeine ihres Großvaters zu finden und sie in würdiger Weise beizusetzen".

    Die Angehörigen Lorcas waren bislang dagegen, da dies das Andenken an ihn entweihen und die Geschichte entstellen würde.

    Als sich die Angehörigen eines der Toreros und die Assoziation für die Wiederherstellung des historischen Andenkens an Granada der Klage der Enkelin anschlossen, gab die Familie von Lorca ihr Einverständnis für die Öffnung des Grabes.

    Durch die Exhumierung der Leichen könnte endlich Klarheit in das Gerücht gebracht werden, dass die Angehörigen von Lorca das Grab zwei Tage nach dessen Erschießung wieder öffneten, um seinen Leichnam auf dem Familiengut beizusetzen.

    Am 18. Juli 1936 fand ein Militäraufstand unter Franco (1872-1975) gegen die demokratisch gewählte republikanische Regierung statt. Es folgte ein dreijähriger Bürgerkrieg, bei dem Zehntausende Menschen starben. Das Schicksal vieler von ihnen ist bislang unbekannt.

    Allein in Andalusien gelten rund 22 000 Menschen als verschollen. Viele Spanier mussten ihre Heimat verlassen und im Ausland das Ende der Diktatur abwarten.

    Im Dezember des Vorjahres hatte das spanische Parlament ein "Gesetz über das historische Andenken" angenommen, das unter anderem die Rehabilitierung von Opfern des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur vorsieht, was ihnen zum Beispiel ermöglicht, wieder die spanische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

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