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    Umfrage zu Finanzkrise: Russen sparen anders - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 31. Oktober (RIA Novosti). Die Finanzkrise ist bei den Russen angekommen, weswegen immer mehr Bürger sparen wollen. Darüber berichtet die Zeitung „Wedomosti“ vom Freitag.

    Gespart werden soll vor allem bei den Ausgaben für Freizeit und beim Kauf von Elektronikwaren, wie eine Internetumfrage von ACNielsen, weltweit führendes Marktforschungsunternehmen, im Oktober ergab.

    Fast 50 Prozent der befragten Russen sind überzeugt, dass die russische Wirtschaft sich in einer Rezession befindet, lediglich 31 Prozent der Befragten hoffen auf die signifikante Besserung der Wirtschaftslage innerhalb der kommenden zwölf Monate. Verglichen mit ähnlichen Umfragen in den europäischen Staaten sind die Russen viel optimistischer.

    Insgesamt sind weltweit 63 Prozent der Befragten überzeugt, dass sich das jeweilige Land in einer Rezession befinde, und nur 18 Prozent hoffen auf eine baldige Genesung der heimischen Wirtschaft. Michalis Christou, Nordosteuropa-Experte von ACNielsen, sagte, der Verbrauchermarkt in Russland gehöre nach wie vor zu den stabilsten Märkten.

    Laut ACNielsen hat Iwan-Normalverbraucher seine Ausgabenstruktur noch nicht geändert, doch er macht sich bereits Gedanken darüber, wo eventuell gespart werden könne, sollte er wirklich Probleme mit der Liquidität haben.

    Die internationale Praxis besagt, dass man primär bei der Kleidung spart. Danach kommen die Kürzungen bei der Heizung und bei den Ausgaben fürs Gas (ca. 49 Prozent der Befragten). Die meisten Russen (56 Prozent der Befragten) sind bereit, primär ihre Unterhaltungskosten außerhalb des Hauses zu senken (weltweit nur 47 Prozent).

    Des Weiteren würden die Russen beispielsweise große Anschaffungen im Bereich der Unterhaltungselektronik (Computer, Handys usw.) verschieben (48 Prozent). Über 40 Prozent der Russen würden auf den Kauf neuer Möbel verzichten (weltweite Quoten jeweils 40 und 33 Prozent).

    Der Hauptunterschied aber besteht in der Bereitschaft, eventuell und nötigenfalls auf das Auto zu verzichten. Dazu in der Lage fühlen sich 34 Prozent der ausländischen Bürger - und lediglich 17 Prozent der Russen. Weltweit würden 36 Prozent der Befragten eventuell eine Umstellung auf billigere Lebensmittel in Erwägung ziehen - und nur 20 Prozent der Russen.

    „Auch in der Krisenzeit werden Leute in sich selbst investieren, sie werden nach wie vor ausgehen wollen, ins Kino oder ins Restaurant gehen, doch insgesamt werden sie weniger ausgeben können. Bereits jetzt sind die Verbraucher viel wählerischer geworden, wenn es darum geht, eine Unterhaltungseinrichtung für sich zu wählen. Eine durschnittliche Rechnung ist ebenfalls weniger üppig geworden“, sagt Michail Selman, Besitzer einer russischen Restaurant-Kette.