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    Krise in Thailand: Nur russische Urlauber wagen sich hin - Russlands Presse

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    MOSKAU, 20. Dezember (RIA Novosti). Wegen der Krise in Thailand, wo die Opposition seit Dienstag den Flughafen Bangkok blockiert, konnten bisher rund 100 000 ausländische Touristen nicht ausfliegen.

    Im nächsten Jahr erwarten die thailändischen Behörden einen Rückgang des Touristenstroms um die Hälfte. Für die Russen scheint die billige und zugleich extreme Erholung in Thailand hingegen attraktiv zu sein, schreiben russische Zeitungen am Montag.

    Die Krise in Thailand schädigt die gesamte Reiseindustrie Südostasiens. Denn die meisten Touristen kommen über Bangkok in die Region. Der Touristenstrom sei bereits um die Hälfte geschrumpft, erzählt Gennadi Charassikow, Inhaber eines russischen Restaurants in Phnom Penh. „Jetzt sind die Militärs, die in der Sowjetunion studiert hatten und eine Nostalgie nach Borschtsch und Pelmeni haben, unsere Kunden.“

    Während die europäischen Touristen aus Thailand fliehen, kommen immer mehr Russen ins Land: Kleine Reisebüros sind gezwungen, die Reisen unter Wert zu verkaufen. Im Internet stößt man auf Angebote wie „Thailand für Abenteurer: Sieben Tage in Pattaya für nur 300 Dollar.“ Auf den Straßen dieses populärsten thailändischen Badeortes hört man Russisch öfter als Thailändisch. Die meisten Restaurants übersetzten ihre Speisekarten ins Russische. Auch Freudenmädchen aus den berühmten Gogo-Bars locken immer öfter auf Russisch Kunden an.

    Am Samstag trafen 47 Urlauber aus dem Jekaterinburg (Uralgebiet) in Bangkok ein. Nach Angaben von Reisebüros wurden in den vergangenen Tagen nur wenige Urlaubsreisen von Russen annulliert. Laut Experten reisen die Russen nicht aus Liebe zum Extremurlaub nach Thailand.

    „Sie reisen dorthin, weil sie ihr Geld nicht zurückbekommen können“, sagte Roman Bobyljow, Generaldirektor des Klubs für den Schutz der Touristenrechte. Um sein Geld zurückzubekommen, müsse man prozessieren, denn die Reisebüros geben nichts freiwillig zurück, weil sie bereits die Flüge und die Hotels bezahlt hätten.

    Die Moskauer Reisefirmen verzeichnen nur wenige Fälle, in denen ihre Kunden auf die Reisen verzichten. Die meisten der Unternehmen stufen die Begründung für einen Verzicht nicht als „Umstände höherer Gewalt“ ein und behalten einen Teil der Kundengelder als „Strafen“.

    Quellen: „Nowyje Iswestija“, „Kommersant“, „Wremja Nowostej“ vom 01.12.08

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