19:00 25 September 2017
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    Gastarbeiter streiken zum ersten Mal - „Kommersant“

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    MOSKAU, 01. Dezember (RIA Novosti). Gastarbeiter aus der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan blockieren bereits mehrere Tage die Bauarbeiten an einem Wohnhaus in der russischen Stadt Jekaterinburg. Darüber berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ vom Montag.

    Sie verlangen von der Bauleitung die Auszahlung der ausstehenden Löhne in Höhe von insgesamt elf Millionen Rubel (ein Euro entspricht 35,72 Rubel). Die Gewerkschaftsverbände warnen, dass dies erst der Anfang sei, die Zahlungskrise sowie die massenhaften Entlassungen würden in absehbarer Zukunft zur Erhöhung der Zahl solcher Streiks führen.

    In der russischen Migrationsbehörde FMS sagt man, dass sich einige Bauunternehmer tatsächlich einerseits weigern würden, die Arbeit zu bezahlen, andererseits aber versuchten sie, die Arbeitskräfte zu behalten. Ein FMS-Sprecher, der namentlich nicht genannt werden wollte, äußerte, die Situation befinde sich in einem „schlummernden“ Zustand. Dabei gebe es aber keine Garantien, dass Gastarbeiter nach getaner Arbeit nicht einfach ohne Bezahlung auf die Straße geworfen würden. Die Polizei, die Arbeitsbehörde sowie FMS bereiten sich schon jetzt auf ein solches Szenario vor.

    Die Jugendorganisation der Partei „Geeintes Russland“, „die Junge Garde“, hat vor kurzem aufgerufen, alle Arbeitsmigranten mit der Begründung des Landes zu verweisen, in der Krisenzeit müssten die Bürger Russlands zuerst die Möglichkeit bekommen, Geld zu verdienen. Die rechtsradikalen Kräfte im Lande, zum Beispiel die „Bewegung gegen die illegale Migration“, haben sich dieser Forderung angeschlossen. Der Führer dieser Bewegung, Alexander Below, sagte, die Streiks der Gastarbeiter können in einen offenen Aufstand übergehen.

    Vor kurzem kündigten die Gewerkschaften in der Stadt Jekaterinburg an, eine erste Gewerkschaftsorganisation der Arbeitsmigranten gegründet zu haben. Die zentralen Ziele dieser Organisation seien höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmung sowie die Lösung von Problemen, die mit der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen und Arbeitserlaubnissen verknüpft seien.

    Nach Angaben der Gewerkschaften verdient ein Arbeitsmigrant im Bauwesen durchschnittlich 6000 bis 8000 Rubel monatlich, russische Bürger bekämen dagegen 12000 bis 15000 Rubel.

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