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    Raus aus der Finanzmisere? Russen verlieren Glauben an Regierung - Russlands Presse

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    MOSKAU, 23. Januar (RIA Novosti). Die Russen glauben zunehmend weniger daran, dass die Regierung wirklich imstande ist, die angespannte Lage vor dem Hintergrund der Finanzkrise zu verbessern. Darüber schreiben die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag und das Internetportal „Gazeta.Ru“ am Donnerstag.

    Trotz dieses negativen Umfrageergebnisses zeigen die Popularitätswerte von Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin keine Tendenz nach unten.

    Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts „Lewada-Zentrum“ (Stand: der 16.- 19. Januar) sind nur 26 Prozent der Befragten der Meinung, die Regierung sei wirklich in der Lage, in Kürze die Wirtschaftssituation zu verbessern. 32 Prozent sind überzeugt, dass die Regierung dazu nicht fähig sei. 36 Prozent sind unentschieden, sechs Prozent wussten keine Antwort.

    Die Zahl der Optimisten schwindet also parallel mit der Ausbreitung der Wirtschaftskrise: Im Juli 2008 waren 44 Prozent der Überzeugung, dass die Regierung es doch schaffen würde, die Krise zu stoppen. Im August 2008 betrug diese Zahl 36 Prozent, im November nur 31 Prozent.

    Die Demoskopen stellen zugleich fest, dass die Popularitätsrate des Präsidenten bzw. des Premiers fast auf dem gleichen Niveau geblieben ist, obwohl die meisten Russen überzeugt sind, dass die Führung des Landes nicht in der Lage sei, die Folgen der grassierenden Krise zu minimieren.

    Die letzten Messungen des Meinungsforschungsinstituts WZIOM haben ergeben, dass die Popularitätswerte des Regierungschefs Putin nur um wenige Prozentpunkte zurückgingen: von 81 Prozent im November 2008 auf 77 Prozent im Januar 2009. Dasselbe betrifft auch sowohl die Regierung (leichter Rückgang von 58 Prozent auf 56 Prozent) als auch den Präsidenten (unverändert 75 Prozent).

    Die Experten erklären dieses Phänomen damit, dass in den pluralistischen demokratischen Gesellschaften die soziale Bedeutung der Meinungsumfragen eine ganz andere Dimension habe, als in den Gesellschaften, in denen die Obrigkeit alles tut, um sogar die rudimentären Formen politischer Konkurrenz bzw. Partizipation auszuschalten.

    In einer alternativlosen Situation dient die Popularitätsrate eines Politikers der Bestätigung seines Images in individuellen und kollektiven Vorstellungen. Sie spiegelt nicht die Ergebnisse seiner Arbeit wider, sondern die Illusionen und Hoffnungen, die mit diesem Politiker in Verbindung gebracht werden. Das Ausbleiben von Erfolgen verursacht keine sinkenden Popularitätsraten, sondern eher die Suche nach einem Schuldigen.

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