02:48 26 Februar 2018
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    Umweltschutz genehmigt Einfangen von drei Tigerjungen in russischer Fernostregion

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    WLADIWOSTOK, 06. März (RIA Novosti). Drei Amurtigerjunge, die neben der Wohnsiedlung Preobraschenije in der russischen Fernostregion Primorje leben, sollen mit Genehmigung der staatlichen Umweltaufsichtsbehörde (Rosprirodnadsor) eingefangen werden. Auf der Futtersuche fallen die kleinen Raubtiere ständig Hunde aus der Wohnsiedling an.

    Das teilte der Chef der regionalen Umweltstiftung „Feniks“, Sergej Beresnjuk, am Freitag in einem RIA-Novosti-Gespräch mit.

    Nach den Ergebnissen der Tiererfassung, die russische und US-amerikanische Umweltexperten im Jahre 2005 durchgeführt hatten, sind in den russischen Fernost-Regionen Primojre und Chabarowsk etwa 450 Exemplare dieser seltenen Tigerart heimisch. Der Süden des Fernen Ostens gilt als das einzige Lebensareal dieser Tiere in Russland. Die Amurtiger sind im Internationalen Rotbuch erfasst und stehen unter strengem Jagdverbot.

    Auf der Jagd nach Futter dringen die vermutlich verwaisten Jungtiere laut Beresnjuk nachts in Höfe der Ortsbewohner ein. So sei einer der Kleintiger vor mehreren Tagen in einen Hühnerstall geschlichen und habe am Morgen einen Menschen angefallen. „Um einen möglichen tragischen Konflikt zwischen den Menschen und den jungen Tieren zu vermeiden, hat Rosprirodnadsor ihr Einfangen genehmigt“, sagte der Gesprächspartner der Agentur.

    Ihm zufolge werden Mitarbeiter der fernöstlichen Vertretung der Gesellschaft für Wildtierschutz (WCS) und Mitglieder der „Rotbuch-Gruppe“ der regionalen Jagdaufsichtsbehörde zur Einfangoperation herangezogen. Die Tiere sollen ins Schonrevier Lasowskoje gebracht und dort wieder freigelassen werden.

    Indes verfolgt die regionale Jagdaufsicht die Bewegung eines erwachsenen Tigers und ergreift Abschreckungsmaßnahmen zum Schutz der Einwohner des Dorfes Nikolajewka. Am Donnerstag wurde das große Tigermännchen mehrere Dutzend Kilometer weit in die Taiga „verdrängt“. Die Abschreckungsoperation geht weiter.

    Ende Februar/Anfang März hat sich die Anzahl der „Tigerbesuche“ in Ortschaften der Region Primorje wesentlich erhöht. Immer öfter entstehen Konfliktsituationen zwischen diesen seltenen Tieren und den Dorfbewohnern. Die Ursachen dafür sehen die Experten in einem Mangel an Beutetieren, so an Wildschweinen und Edelhirschen, sowie in den reichlichen Schneefällen in diesem Winter. Die Tiger müssen sich laut dem Experten in der Nähe von Menschensiedlungen ernähren und Hausvieh und Hunde töten.