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    Mutmaßlicher Putin-Intimus reicht Verleumdungsklage gegen „The Economist“ ein

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    MOSKAU, 10. März (RIA Novosti). Der Chef des Ölhändlers Gunvor, Gennadi Timtschenko, hat beim Obersten Gericht in London eine Klage gegen das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ eingereicht.

    Wie die Tageszeitung „Wedomosti“ am Dienstag berichtet, will der Gunvor-Chef vom Magazin eine Entschädigung für die veröffentlichte Verleumdung verlangen. Zugleich könnte das Gericht von Timtschenko fordern, dessen Besitz aufzulisten.

    Wie aus der Klage hervorgeht, hatte der in der Ausgabe vom 29. November 2008 veröffentlichte Beitrag über Russland unter dem Titel „Grease My Palm: Bribery And Corruption Have Become Endemic“ den Grund für die Klage geliefert.

    „Der Aufstieg von Gunvor fiel mit dem Untergang von Yukos zeitlich zusammen“, heißt es im Artikel. „Das vor 2003 kaum bekannte Unternehmen Gunvor avancierte zum drittgrößten Ölhändler der Welt. Auf dieses entfällt ein Drittel des Hochsee-Exports des russischen Erdöls, während der Jahreserlös auf 70 Milliarden Dollar geschätzt wird.“

    Wie die „Wedomosti“ feststellt, ist die Passage, in der Gunvor erwähnt ist, inzwischen aus der Onlineversion des Textes gestrichen worden. Der Kläger verlangt nun eine Entschädigung (in der Klageschrift wird keine konkrete Summe genannt) und ein Verbot für das britische Magazin, in Zukunft solche Informationen über Timtschenko zu veröffentlichen.

    Nun wird Timtschenko beweisen müssen, dass die im „Economist“ veröffentlichten Angaben nicht der Realität entsprechen. Das Gericht könnte ihn dabei verpflichten, alle seine Aktiva offen zu legen, zitiert die „Wedomosti“ einige Rechtsexperten. Dies sei eine durchaus verbreitete Praxis in dem Londoner Gericht, wenn es den Anwälten der Beklagten gelingt, zu beweisen, dass diese Informationen der Suche nach der Wahrheit helfen würden.

    Offiziell ist Timtschenko einer der Begünstigten der Gesellschaft Transoil-SNG. Ihm gehören auch 9,5 Prozent der Bank Rossija. Die von Timtschenko gegründete Luxemburger Gesellschaft Volga Resources besitzt 5,07 Prozent der Aktien des Ölunternehmens Novatek. Außerdem besitze Timtschenko „kleinere Anteile“ an russischen Energiegesellschaften, teilte ein Sprecher des Unternehmers der „Wedomosti“ mit.

    Im Mai 2008 musste Timtschenko bereits eine Antwort auf den in der „Financial Times“ veröffentlichten Beitrag über die Handelsgeschäfte von Gunvor schreiben. Sein Brief an die Zeitung enthielt drei Thesen: Erstens: Timtschenko hatte nie ein gemeinsames Business mit Wladimir Putin; zweitens: Seine Nähe zum russischen Premier ist übertrieben und drittens: Der Erfolg von Gunvor war niemals von dieser Nähe abhängig.

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