19:08 18 Februar 2018
SNA Radio
    Panorama

    EULEX-Gericht spricht Albaner nach schwerem Busanschlag frei

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Das Gericht der EU-Mission EULEX im Kosovo hat den Kosovo-Albaner Fljorim Ejupi, der davor vom UN-Gericht wegen eines blutigen Anschlags auf einen serbischen Bus zu 40 Jahren Haft verurteilt worden war, freigesprochen.

    MOSKAU, 13. März (RIA Novosti). Das Gericht der EU-Mission EULEX im Kosovo hat den Kosovo-Albaner Fljorim Ejupi, der davor vom UN-Gericht wegen eines blutigen Anschlags auf einen serbischen Bus zu 40 Jahren Haft verurteilt worden war, freigesprochen.

    Das berichten serbische Medien am Freitag.

    Ejupi war im vergangenen Juni vom Tribunal der UN-Mission im Kosovo (UNMIK) schuldig gesprochen worden, im Februar 2001 einen Bus mit serbischen Kosovo-Flüchtlingen in die Luft gesprengt zu haben. Bei dem Bombenanschlag waren zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der Albaner wurde zu 40 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

    Doch das Gericht der EU-Mission EULEX, die die UNMIK-Mission im Kosovo ersetzt hat, rollte den Prozess wieder auf und sprach Ejupi wegen „Mangels an Beweisen“ überraschend frei.

    Die beim Anschlag Überlebenden und Hinterbliebene reagierten auf das neue Urteil empört. „Wir sind überrascht. Keiner von uns war über den neuen Prozess informiert worden“, sagte Jelena Dragovic, die die Explosion überlebt hatte.

    Der Anwalt Zhivoin Jokanovic, der die Interessen der Anschlagsopfer vertritt, betonte, dass es gegen Ejupi überzeugende Schuldbeweise gebe. Am Ort, von dem aus die Bombe zur Explosion gebracht worden war, sei unter anderem ein Zigarettenstummel mit seinen Spuren gefunden worden, was durch eine DNS-Analyse belegt worden sei.

    Die serbische Presse bezeichnet Ejupi als Symbol der Nachkriegs-Verbrechen im Kosovo. Der Gerichtsprozess gegen ihn hatte 2004 begonnen. Der Albaner beteuert seine Unschuld.

    Ejupi war kurz nach dem Anschlag gefasst und auf den amerikanischen Militärstützpunkt„Bondsteel“ im Kosovo gebracht worden, von wo aus er nach ein paar Monaten flüchtete. Die Flucht rief zahlreiche Gerüchte über eine Kooperation des Albaners mit westlichen Geheimdiensten ins Leben.

    Ejupi wurde 2004 nach den Unruhen im Kosovo wieder verhaftet. Diesmal wurden ihm neben dem Busanschlag auch der Mord an einem Nato-Soldaten und einem Polizisten im Kosovo zur Last gelegt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren