22:18 16 Januar 2018
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    Genial oder wahnsinnig? Kiews Bürgermeister will nicht zum Psychiater

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    Der durch seine zuweilen bizarren Beschlüsse bekannte Oberbürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Leonid Tschernowezki lehnt die vom Gesundheitsministerium für ihn geforderte psychiatrische Untersuchung ab.

    KIEW, 20. März (RIA Novosti). Der durch seine zuweilen bizarren Beschlüsse bekannte Oberbürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Leonid Tschernowezki lehnt die vom Gesundheitsministerium für ihn geforderte psychiatrische Untersuchung ab.

    Nachdem Tschernowezki, der als Dollar-Millionär auf sein Bürgermeistergehalt verzichtet, das Betreten der Kiewer Friedhöfe kostenpflichtig gemacht und eine Versteigerung der Ämter von Stadtbeamten angekündigt hatte, wurde im ukrainischen Parlament eine Ad-hoc-Kommission gebildet, die für Tschernowezki eine psychiatrische Gutachten forderte. Der Appell wurde vom Gesundheitsministerium unterstützt.

    „Gestern haben wir einen Brief aus dem Gesundheitsministerium erhalten, das sich nun auch der Verfolgung des Kiewer Bürgermeisters angeschlossen hat“, sagte Tschernowezki am Freitag bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter Viktor Tschernomyrdin. Dem Brief zufolge „soll ich mich psychiatrisieren lassen. Natürlich werde ich das niemals tun. Das ist meine prinzipielle Entscheidung“, sagte der Kiewer Oberbürgermeister.

    Er sei gesund und hoffe, dass bei Tschernomyrdin daran keine Zweifel aufkommen. „Ich bin absolut gesund und habe keine Angst vor Untersuchungen“, führte Tschernowezki aus. Das Problem bestehe jedoch darin, dass ukrainische Gesetze eine Amtsenthebung erlauben, sollte er als unzurechnungsfähig anerkannt werden.

    Tschernowezki räumte ein, dass er Marotten habe. „Fähige Leute haben immer Eigenartigkeiten. Genialität grenzt häufig an Wahnsinn.“

    Tschernowezki forderte den russischen Botschafter auf, zu diesen „schrecklichen Ereignissen“ Stellung zu nehmen. Tschernomyrdin versprach eine Reaktion, betonte jedoch, es sei eine innere Angelegenheit der Ukraine.