21:38 21 August 2017
SNA Radio
    Panorama

    Tschetschenen-Mord in Dubai: Russischer Abgeordneter auf Interpol-Fahndungsliste

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 12 0 0
    MOSKAU, 28. April (RIA Novosti). Auf Antrag der Polizei in Dubai hat Interpol eine internationale Fahndung nach sieben russischen Bürgern eingeleitet, die der Beteiligung an der Ermordung des russischen Unternehmers Sulim Jamadajew am 28. März in den Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigt werden.

    Das geht aus einer Meldung hervor, die auf der Webseite der Organisation zu lesen ist.

    Nach Worten des Interpol-Generalsekretärs Ronald K. Noble bedeutet die Unterbringung der Meldungen über die Fahndung, dass die Mitgliedsländer vollständig darüber informiert sind und im Rahmen ihrer Gesetzgebung jegliche entsprechenden Maßnahmen zur Festnahme oder Verhaftung der genannten Personen ergreifen dürfen.

    Unter Personen, nach denen in Verdacht des "Verbrechens gegen das Leben und die Gesundheit" gefahndet wird, sind Adam Delimchanow (geb. 1969), Selimchan Masajew (1981), Elimpascha Chazujew (1970), Salman Kimajew (1964), Marwan Kimajew (1968), Tirpal Kimajew (1971) und Ramasan Mussijew (1968).

    Am Vortag erschien auf der Interpol-Webseite eine Meldung über die Fahndung nach Adam Delimchanov, Abgeordneter der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus), auf Antrag der Rechtsschutzbehörden von Dubai.

    General Dahi Halfan Tamim, Polizeichef von Dubai, teilte mit, dass bei der Ermittlung des Mordfalls Sulim Jamadajew, Ex-Kommandeur des Bataillons "Wostok", zwei Personen verhaftet wurden und nach vier anderen, unter ihnen der Abgeordnete der Staatsduma, Delimchanow, international gefahndet wird.

    Delimchanow selbst hat in einem Interview für RIA Novosti seine Beteiligung an der Tötung dementiert.

    Am Montag teilte ein Vertreter der russischen Interpol-Zentrale mit, dass das Generalsekretariat der Organisation keine Fahndungsunterlagen zu Delimchanow erhalten habe. Die russischen Rechtsschutzbehörden äußerten auch die Meinung, dass Delimchanow an keinem Verbrechen schuldig sei.

    Pawel Krascheninnikow, Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Rechtsschutz sagte am Montag, dass Russland den Abgeordneten Delimchanow unter keinen Umständen ausliefern werde.

    Laut Krascheninnikow darf ein russischer Bürger gemäß der Verfassung nicht an einen ausländischen Staat für die Durchführung eines Gerichtsprozesses ausgeliefert werden.

    Dabei spiele das keine Rolle, ob die Person ein Abgeordneter oder ein Arbeitsloser sei.

    Der Parlamentarier teilte zudem mit, dass die russischen Behörden berechtigt seien, bei den Vereinigten Arabischen Emiraten die Ermittlungsmaterialien einzufordern, die von der Beteiligung Delimchanows an der Ermordung Jamadajews zeugen.

    Sulims Bruder, der Duma-Abgeordnete Ruslan Jamadajew, wurde am 24. September 2008 in Moskau unweit des Regierungshauses in seinem Auto getötet. Im Jamadajew-Clan gibt es noch drei Brüder: Musa, Isa und Badrudin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren