08:10 22 November 2017
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    Schweinegrippe: Geld verdienen mit der Angst - „Gazeta.Ru“

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    MOSKAU, 06. Mai (RIA Novosti). Die allgemein als Schweinegrippe bekannte Influenza ist nicht gefährlicher als jedes andere Virus.

    Die dadurch entstandene Panik ist jedoch eine gute Gelegenheit, die Gesellschaft von der Wirtschaftskrise abzulenken. Darüber schreibt das Internetportal „Gazeta.Ru“ am Dienstag.

    Diese Panik ist auch eine gute Möglichkeit für die Pharmaindustrie sowie für die Veterinärbehörden, Geld zu verdienen, und der beste Vorwand für den staatlichen Protektionismus.

    Die Gefahr, dass dieses neuartige Virus auf Russland übergreifen könnte - wie Russlands Chef-Sanitätsarzt Gennadi Onischenko unlängst gesagt hat - ist ein formaler Vorwand, um eine regelrechte Hysterie um eine im Grunde gewöhnliche Erkrankung gezielt zu schüren.

    Es ist egal, dass dieses Grippevirus nicht besonders neu ist und nicht mit Schweinen zu tun hat, denn solche Horrorgeschichten eignen sich bestens, um durch Sensationsmeldungen (früher waren es Vogelgrippe oder das ominöse rote Quecksilber) das Informationsloch in der weltweiten Berichterstattung zu stopfen. Mit solchen Nachrichten lassen sich durchaus Gewinne einstreichen, wobei andere Geschäfte angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute verlustbringend sind.

    Jeden Tag wird die Liste der Staaten und einzelnen Regionen länger, von wo aus der Import des Schweinefleisches von russischen Behörden verboten wird. Jeden Tag verschicken russische Pharmakonzerne Pressemitteilungen mit Angeboten, die Wunderheilmittel gegen „diese neuartige Plage“ preisen, wobei momentan es lediglich etwa 1000 Menschen weltweit sind, die daran erkrankt sind, und etwa 30 Menschen bislang daran sterben mussten.

    Die weltweite Panik der globalisierten Welt wurde längst zu einem effizienten politischen und finanziellen Instrument. Am Vorabend der Olympischen Sommerspiele in China stand die Nachricht von der Vogelgrippe wochenlang in den Top-Meldungen fast aller wichtigen TV-Sender. Die Kommentatoren orakelten sogar das Aus für Olympia in China, sollte sich die Vogelgrippe-Pandemie nicht rechtzeitig beruhigen.

    Die Wahrnehmung des Menschen aber neigt dazu, die globalen Probleme durch die lokalen zu ersetzen; diese Eigenschaft wird von den Medien und Staaten schamlos ausgenutzt. Die Menschen haben sich schon an die Krise gewöhnt, sie wissen genau, dass sie noch ziemlich lange dauern wird. Eine neue Gefahr kommt wie gerufen.

    Die neuen wirklich wichtigen wirtschaftlichen oder politischen Erschütterungen in der Welt sowie die sinkende Zahl der Neuerkrankungen werden aber unweigerlich dazu führen, dass die „neue Pest des 21. Jahrhundert “ sehr rasch vergessen werden wird. Man wird dann sich etwas Neues einfallen lassen müssen, um die Menschen bei Laune zu halten, die inländischen Produzenten zu unterstützen und Geld mit der menschlichen Angst zu verdienen.

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