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    Entführungsfall André: Irina Belenkaja bleibt bis zur Gerichtsverhandlung in Frankreich

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    Die russische Bürgerin Irina Belenkaja, Mutter der dreijährigen Elise André, will bis zur Gerichtsverhandlung, die für den 12. Juni angesetzt ist, in Frankreich bleiben. Sie hofft, sich mit ihrem Ex-Mann Jean-Michel André über ein Treffen mit der Tochter zu verständigen.

    PARIS, 28. Mai (RIA Novosti). Die russische Bürgerin Irina Belenkaja, Mutter der dreijährigen Elise André, will bis zur Gerichtsverhandlung, die für den 12. Juni angesetzt ist, in Frankreich bleiben. Sie hofft, sich mit ihrem Ex-Mann Jean-Michel André über ein Treffen mit der Tochter zu verständigen.

    Das teilte der Anwalt Anatoli Kutscherena, Mitglied der russischen Gesellschaftskammer, RIA Novosti am Donnerstag mit.

    Kutscherena und Belenkaja, die am Mittwoch aus der Haft entlassen und unter gerichtliche Kontrolle gestellt worden war, hatten sich am Donnerstag in Paris mit dem Konsul der russischen Botschaft in Frankreich getroffen.

    Wie der Anwalt RIA Novosti nach dem Treffen mitteilte, bleibt Belenkaja bis zur Gerichtsverhandlung über die Abgrenzung der Sorgerechte der beiden Elternteile, die in Tarascon stattfindet, in Frankreich.

    „Wir hoffen, dass sie sich in nächster Zeit mit der Tochter treffen wird“, sagte Kutscherena. Er rechne damit, dass Jean-Michel André seine Gerichtsklage gegen die Ex-Frau zurücknehmen werde.

    Wie der Vater des Mädchens wiederholt geäußert hatte, ist er bereit, seine Klage zurückzuziehen, wenn dies das Schicksal von Irina Belenkaja erleichtern würde. Im Falle eines Klageverzichtes würde er kein Zivilkläger mehr sein, keinen Zugang zum Untersuchungsprozess mehr haben und dessen Ablauf nicht mehr im Interesse von Irina und der Tochter beeinflussen können, sagte André.

    Laut dem Anwalt wird dem Untersuchungsteam bei einem Klageverzicht klar sein, dass er (André) keine Ansprüche mehr gegenüber Belenkaja hat. Und das sei sehr wichtig.

    Die russische Seite rechnet auch damit, dass André den Entwurf für ein Vergleichsabkommen über das weitere Schicksal von Elise unterzeichnen wird. Eine prinzipielle Einigung darüber war Ende April erzielt worden.

    Der Familienstreit zwischen Belenkaja und André dauert seit mehr als eineinhalb Jahren an. Irina hatte ihre Tochter zum ersten Mal im November 2007 mit nach Russland genommen, als der Scheidungsprozess im Gange war. Ein Jahr später hatte André, der von einem französischen Gericht das Sorgerecht für das Kind zugesprochen bekommen hatte, Elise wieder gewaltsam nach Frankreich gebracht. Am 20. März dieses Jahres wurde Elise aus Frankreich entführt. André will bei der Entführung des Kindes dessen Mutter Irina gesehen haben.

    Belenkaja wurde über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Drei Wochen später wurden sie und ihre Tochter in einem ungarischen Ort an der Grenze zur Ukraine festgenommen. Daraufhin wurde das Kind seinem Vater übergeben. Belenkaja kam in Ungarn vor Gericht.

    Am Mittwoch hat Ungarn Belenkaja an Frankreich ausgeliefert, wo sie in Aix en Provence ein Untersuchungsrichter vernahm.

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