04:53 21 September 2018
SNA Radio
    Panorama

    Russland bleibt weiterhin Hauptlieferant von Getreide für Ägypten - Botschafter

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Die Beschlagnahme einer russischen Getreidelieferung in Ägypten und die Entscheidung über ihre teilweise Rückführung nach Russland bedeuten laut dem ägyptischen Botschafter in Moskau, Izzat Saad, nicht den Verzicht seines Landes auf den Import von russischem Getreide.

    MOSKAU, 10. Juni (RIA Novosti). Die Beschlagnahme einer russischen Getreidelieferung in Ägypten und die Entscheidung über ihre teilweise Rückführung nach Russland bedeuten laut dem ägyptischen Botschafter in Moskau, Izzat Saad, nicht den Verzicht seines Landes auf den Import von russischem Getreide.

    „Die Probleme sind mit einer kleineren Getreidelieferung verbunden, aber Russland ist wie bislang der Hauptlieferant von Getreide nach Ägypten“, sagte Saad am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Laut dem Botschafter hat Ägypten seit Anfang 2009 rund 1,5 Millionen Tonnen russisches Getreide bezogen.

    Die zuständigen Behörden beider Länder hätten sich Anfang Juni über den Abschluss langfristiger Verträge über Getreidelieferungen aus Russland nach Ägypten geeinigt, was „die ernste Absicht der Seiten widerspiegelt, die Zusammenarbeit in diesem Bereich fortzusetzen“, so der Diplomat.

    Die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft hatte am 13. Mai eine gesamte Weizenlieferung aus Russland beschlagnahmt. Einige Abgeordnete in Kairo hatten sich über die niedrige Qualität des Weizens beschwert. Die vom ägyptischen Gesundheitsministerium vorgenommene Prüfung hatte jedoch ergeben, dass der russische Weizen den Qualitätsanforderungen entspricht. Daraufhin gaben die ägyptischen Behörden vor einigen Tagen einen Teil des russischen Weizens wieder frei.

    Bald darauf wies der ägyptische Generalstaatsanwalt Abdel Maguid Mahmud anhand einer Prüfung durch die Spezialkommission der Generalstaatsanwaltschaft den Importeur an, den in Russland gekauften Weizen (52 500 Tonnen) wieder zurückzuschicken und die Kosten für das Getreide (9,6 Millionen US-Dollar) dem Staat zurückzuerstatten.

    Laut der Agentur MENA hatte die Staatsanwaltschaft im Unterschied zum diesbezüglichen Gutachten des Gesundheitsministeriums eine Überhöhung der zulässigen Gehaltsnormen für Beimengungen, Insekten und Schwermetalle im russischen Weizen festgestellt.

    Wie der Sprecher eines russischen Getreideexporteurs zu RIA Novosti sagte, ist die gegenwärtige Situation vermutlich auf die Umverteilung des Marktes durch ägyptische Zwischenhändler zurückzuführen. Laut einem Topmanager eines anderen Exportunternehmens geht es um einen Konkurrenzkampf zwischen amerikanischem und russischem Getreide auf dem ägyptischen Markt.

    Ägypten importiert insgesamt 7,3 bis 8,2 Millionen Tonnen Weizen im Jahr. Der größte Teil davon wird vom Staat, darunter für die Versorgung der Bevölkerung mit Brot zu subventionierten Preisen, gekauft. Bei Russland, das den Getreidebedarf Ägyptens zu 50 Prozent deckt, war im Jahr 2008 Weizen für 700 Millionen US-Dollar gekauft worden. Ägypten bezieht auch Weizen aus der Ukraine, den USA und Kasachstan.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren