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    Russen befürworten zunehmend Nationalisierung - Umfrage

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    MOSKAU, 16. Juli (RIA Novosti). Die Mehrheit der russischen Bürger (82 Prozent) sind der Ansicht, dass die Nationalisierung von Großbetrieben in einer Krisenzeit nützlich ist.

    Das hat eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Gesamtrussischen Meinungsforschungszentrums (WZIOM) ergeben.

    44 Prozent der Befragten unterstützen derartige Maßnahmen voll und ganz, während weitere 38 Prozent "eher damit einverstanden" sind. Solche Schritte werden von fünf Prozent der Befragten eher negativ beurteilt und von zwei Prozent abgelehnt. Weitere elf Prozent haben keine eindeutige Antwort darauf gegeben.

    Den Meinungsforschern zufolge waren die Ergebnisse der gleichen Umfrage vom Oktober 2008 ganz anders ausgefallen. Damals hatten 58 Prozent der Bürger eine Nationalisierung voll oder teilweise unterstützt. Dagegen waren 20 Prozent. Weitere 22 Prozent enthielten sich einer Meinung.

    Ein weiterer Punkt der Umfrage betraf die Krisensituation in Pikaljowo (einer Stadt mit rund 22 000 Einwohnern im Sankt Petersburger Umland). Die drei örtlichen Betriebe - "Pikaljowski Zement" ("Eurocement Group"), "BaselZement-Pikaljowo" und "Metachim" (UK "SewSapProm"), die früher eine einheitliche Produktionskette gebildet hatten, hatten ein halbes Jahr wegen der fehlenden Einigung der Besitzer über die Rohstoffpreise geruht.

    Das hatte Arbeitslosigkeit, Rückstände bei Lohnzahlungen und soziale Spannungen zur Folge, die Anfang Juni in Mahnwachen und der Blockade der föderale Autobahn gipfelten.

    Die Situation wurde nach einem Besuch von Premier Wladimir Putin in Pikaljowo bereinigt. Die Lohnschulden sind inzwischen getilgt und die Produktion schrittweise wieder aufgenommen worden.

    Knapp 44 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Verbesserung der Situation nach Putins Einschreiten nur vorübergehend sei und die Lage insgesamt nicht verbessern könne. 40 Prozent sind überzeugt, dass die Entscheidung des Premiers richtig gewesen sei. Nur fünf Prozent schätzen das Vorgehen des Premiers als "uneffektiv" und als Verstoß gegen die Wirtschaftsgesetze ein. Elf Prozent der Bürger haben keine Antwort gegeben.

    Die Umfrage war am 20. und 21. Juni 2009 durchgeführt worden. Es wurden 1600 Menschen in 140 Ortschaften von 42 Gebieten, Regionen und Teilrepubliken Russlands befragt.

    Der statistische Fehler beträgt höchstens 3,4 Prozent.

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