02:35 20 August 2017
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    Russen sehen keine Alternative zu Putin - "Kommersant"

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    MOSKAU, 28. Juli (RIA Novosti). Die Menschen in Russland sehen weiterhin keine Alternative zu Wladimir Putin als Staatslenker und verbinden wie üblich alle Hoffnungen auf die Lösung "aller Probleme" mit ihm, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr zum zehnten Jahrestag der ersten Ernennung Putins zum Regierungschef.

    All die zehn Jahre wird Putin im Massenbewusstsein nur positiv bewertet. Rückschläge bei den sonst hohen Popularitätswerten gab es nur zweimal: Nach dem Unglück des U-Boots "Kursk" im Jahr 2000 und nach der Umstellung der Vergünstigungen für Rentner und Behinderte auf die Geldform ("Monetisierung der Vorzugsleistungen") im Jahr 2005. Sonst war die öffentliche Meinung über Putin stets positiv. Gutgeschrieben werden Putin die "Steigerung des Lebensstandards, Erhöhung der Löhne und Renten", "Wirtschaftssituation im Lande" und "wiedererwachte Hoffnungen auf baldige Verbesserungen im Lande".

    In letzter Zeit registriert aber Lew Gudkow, Direktor von Lewada-Zentr, eine leichte Änderung der positiven Einstellung zu Putin. Die oben erwähnten Hauptverdienste werden derzeit von weniger als 40 Prozent der Befragten hervorgehoben. 15 Prozent sehen zugleich bei Putin keine Verdienste bzw. können diese nicht nennen. Selbst die "Festigung der internationalen Position Russlands" wird heute nur von sieben Prozent der Befragten als ein Verdienst Putins bewertet, obwohl die Experten gerade diesen Aspekt als einen der wichtigsten in Putins Image angesehen haben. In der "Erhöhung der Löhne und Renten" sehen 26 Prozent der Einwohner auf dem Lande und nur 15 Prozent der Stadteinwohner einen Erfolg des Premiers.

    Zugleich sind 63 Prozent der Ansicht, dass "die Konzentration praktisch der gesamten Macht im Lande" in Putins Händen positiv ist. Nur 16 Prozent befürchten, dass dies "dem Land nichts Gutes verspricht".

    Gudkow wagt nicht die Prognose, ob Putin die "Festigkeitsreserve" für ein weitere fünf Jahre ausreichen würde. Zugleich stellt er fest, dass der Premier "die erste Welle der Krise" durchaus erfolgreich gemeistert hat. Nur 28 Prozent der Befragten stellen fest, sie konnten sich in den vergangenen Jahren davon überzeugen, dass "er mit der Lösung der Probleme des Landes erfolgreich und in würdiger Weise fertig wird". Eine Mehrheit von 35 Prozent lebt vielmehr von der Hoffnung, dass Putin "auch in Zukunft die Probleme des Landes wird meistern können". Weitere 31 Prozent vertrauen ihm nur weil sie "niemanden sonst sehen, auf wen sie sich verlassen könnten".

    Die Alternativlosigkeit zu Putin sei eine der Hauptkomponenten seines langjährigen politischen Erfolgs, stellt Gudkow fest. Diese Alternativlosigkeit sei aber "nicht seine Errungenschaft, sondern das Resultat der Ausschaltung der Opposition und der Kontrolle über die Medien".