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    Organhandel im Kosovo: Serbien bietet PACE Beweise an

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    SARAJEVO, 04. August (RIA Novosti). Die serbische Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben zahlreiche Beweise dafür, dass im Kosovo während des Konfliktes von 1998 bis 1999 massiv mit menschlichen Organen gehandelt worden war.

    Wie die serbische Justizministerin Snezana Malovic mitteilte, ist die Staatsanwaltschaft bereit, das Beweismaterial dem PACE-Abgeordneten Dick Marty vorzulegen, der seit Montag in Serbien weilt. „Wir haben eine große Menge von Beweisen dafür beschafft, dass es sich um Verbrechen handelt.“ Sie erwarte, dass dadurch die Ermittlungen beschleunigt würden.

    Der schweizerische Abgeordnete und Mitglied der PACE-Menschenrechtskommission Marty wurde von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats beauftragt, in dieser Woche mit serbischen und albanischen Regierungsvertretern und Nichtregierungsorganisationen zu verhandeln und einen Bericht über den Stand der Ermittlungen zum Organhandel zu erstatten.

    Dass im Kosovo illegal mit menschlichen Organen gehandelt worden war, hatte die ehemalige Chefanklägerin des Internationalen Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien Carla del Ponte im vergangenen Frühjahr als erste bekannt gegeben. In ihrem Erinnerungsbuch behauptete die Schweizerin, dass mehrere hundert Serben, Sinti und andere "Nichtalbaner" Ende den 1990er Jahre gewaltsam ins Kosovo und nach Albanien zur Organentnahme verschleppt worden waren. Dem Buch zufolge war die albanische "Kosovo-Befreiungsarmee" UCK in den Fall verwickelt. Die Opfer seien in geheimen Kliniken in Albanien operiert und die entnommenen Organe auf dem "schwarzen Markt" verkauft worden.

    Zur Ermittlung dieser Fälle entsandte die serbische Staatsanwaltschaft im Oktober eine Sonderkommission nach Tirana. Doch die albanischen Behörden lehnten eine gemeinsame Untersuchung ab. Der serbische Staatsanwalt für Militärverbrechen, Vladimir Vukcevic, warf den Albanern vor, die Beweise für diese Verbrechen vorsätzlich vernichtet zu haben. Nach Del Pontes Offenbarungen forderte der damalige Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE), Luis Maria de Puch, die Schuldigen vor Gericht zu stellen.

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