11:38 15 November 2018
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    Hollywoodreif: Neue Versionen im mysteriösen Fall der „Arctic Sea“

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    Einen Tag nach der Befreiung der „Artic Sea“ bestätigt der Versicherer die bei ihm eingegangene Lösegeldforderung, das Militär teilt neue Einzelheiten mit und ein russischer Marine-Experte bezweifelt den Piratenüberfall.

    MOSKAU, 18. August (RIA Novosti). Einen Tag nach der Befreiung der „Artic Sea“ bestätigt der Versicherer die bei ihm eingegangene Lösegeldforderung, das Militär teilt neue Einzelheiten mit und ein russischer Marine-Experte bezweifelt den Piratenüberfall.

    Der für die Sicherheit zuständige Vizepräsident der Versicherungsfirma Renaissance Insurance Group, Wladimir Duschin, bestätigte am Dienstag, dass es eine Lösegeldforderung für den vor drei Wochen verschwundenen und am Montag vor den Kapverden endlich entdeckten Frachter gab.

    Ein Unbekannter habe am 3. August bei der Firma angerufen und über die Entführung der unter maltesischer Flagge und mit russischer Besatzung fahrenden „Arctic Sea“ informiert. Der Mann habe mit der Hinrichtung der Frachter-Besatzung gedroht und 1,5 Millionen als Lösegeld gefordert, so Duschin am Dienstag zu RIA Novosti.

    „Den Erpressern wurde versprochen, ihre Forderungen in Betracht zu ziehen. Alle einschlägigen Informationen wurden an die zuständigen Behörden weitergeleitet“, hieß es.

    Der Untersuchungsausschuss bei der russischen Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen der Entführung.

    Der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow teilte am Dienstag mit, bei den Entführern handle es sich um estnische, lettische und russische Staatsbürger. Man habe sie festgenommen.

    Der Frachter sei am 24. Juli in schwedischen Hoheitsgewässern gekapert worden. Man habe der Besatzung befohlen, Peilanlagen abzuschalten, so Serdjukow. Erst am 17. August wurde die „Arctic Sea“ laut der russischen Marine 300 Seemeilen vor den Kapverden wieder entdeckt.

    Der Chefredakteur der russischen Schifffahrt-Onlinezeitung „Sowfracht“, Michail Woitenko, zog auf einer RIA-Novosti-Pressekonferenz die Version eines Piratenüberfalls in Zweifel. Dieser Frachter sei als Beute nicht besonders attraktiv, das Risiko für Piraten sei dagegen zu hoch, denn das Meeresgebiet vor Schwedens Küste werde sehr scharf kontrolliert.

    Am wahrscheinlichsten sei vor diesem Hintergrund ein Spezialeinsatz. „Jemand gab zu verstehen: Es reicht, keine solchen Transporte mehr“, so Woitenko, ohne präzisieren zu wollen, wer hinter solch einem Einsatz stecken könnte.

    EU-Kommissionssprecher Martin Selmayr sagte am Dienstag in Brüssel, diese Geschichte sei so spannend, dass sie einmal wohl als Vorlage für einen Hollywood-Film dienen werde.

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