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    Molotow-Ribbentrop-Pakt kein Auslöser von Zweitem Weltkrieg - Experte

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    70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt (10)
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    Die Rolle des Molotow-Ribbentrop-Paktes beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird dem deutschen Militärexperten Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller zufolge überschätzt.

    MOSKAU, 19. August (RIA Novosti). Die Rolle des Molotow-Ribbentrop-Paktes beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird dem deutschen Militärexperten Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller zufolge überschätzt.

    Wie der Abteilungsleiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) der Bundeswehr am Mittwoch bei der von RIA Novosti organisierten Videobrücke Moskau - Berlin - Riga sagte, habe der Molotow-Ribbentrop-Pakt nicht zum Kriegsbeginn geführt, aber die Entscheidung Hitlers darüber erleichtert.

    Am 23. August 1939 war der sowjetisch-deutsche Nichtangriffs-Vertrag geschlossen worden. Die Außenminister der UdSSR und Deutschlands, Wjatscheslaw Molotow und Joachim von Ribbentrop, setzten ihre Unterschriften unter das Dokument. Das „geheime Zusatzprotokoll“ sah die Abgrenzung der Interessensbereiche in Ost- und Südosteuropa vor.

    Laut dem Experten wollte Hitler einen Krieg, hatte aber Bedenken. Er habe eine Offensive (gegen Polen) am 26. August geplant, die jedoch verschoben wurde. Als der Reichskanzler begriffen habe, dass die westliche Staaten Polen nicht unterstützen würden, habe er sich für den Krieg entschieden.

    Müller merkte an, dass der Beschluss über den Kriegsbeginn nicht in Moskau, sondern in Berlin gefasst wurde.

    Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 habe Hitler nicht mit einem Krieg an mehreren Fronten, sondern mit einem kurzen und isolierten Krieg gerechnet, so der Experte.

    Nach Auffassung des Direktors des russischen Institutes für Allgemeingeschichte, Akademiemitglied Alexander Tschubarjan, war der Molotow-Ribbentrop-Pakt ein Ausdruck des nationalen Egoismus der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs, die die Gefahr des Faschismus unterschätzt hätten. „Die nationalen, eng aufgefassten und natürlichen Interessen hatten die Notwendigkeit verdeckt, abgestimmte Entscheidungen zu treffen“, sagte der Wissenschaftler. Nach seiner Meinung sollten der Egoismus und der Zynismus auch in den internationalen Beziehungen in der heutigen Zeit überwunden werden.

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