12:10 29 September 2016
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Rechte französische Opposition fordert Rücktritt von Kulturminister wegen Moralverstößen

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Die französische "Nationale Front" fordert den Rücktritt des französischen Kulturministers Frédéric Mitterand wegen der Publikation seiner Eindrücke vom Sextourismus in Asien, berichten französische Medien.

PARIS, 08. Oktober (RIA Novosti). Die französische "Nationale Front" fordert den Rücktritt des französischen Kulturministers Frédéric Mitterand wegen der Publikation seiner Eindrücke vom Sextourismus in Asien, berichten französische Medien.

Die Politiker nehmen somit Bezug auf das 2005 erschienene Buch des Neffen des ehemaligen französischen Präsidenten François Mitterand unter dem Titel "La Mauvaise Vie" ("Das schlechte Leben").

Die rechtsextreme "Nationale Front" sammelt seit dem 1. Oktober Unterschriften für die Petition, in der die Entlassung des Kulturministers gefordert wird.

Die Vize-Chefin der Partei, Marine Le Pen, kritisierte am Montag im Fernsehen den Kulturminister. Am Dienstag forderte Parteichef Jean-Marie Le Pen den Präsidenten auf, Mitterand "aus Respekt vor der Moral und republikanischen Prinzipien" des Amtes zu entheben.

Die "Nationale Front" veröffentlichte Auszüge aus dem "Schlechten Leben". Darin heißt es unter anderem: "Die sofortige Verfügbarkeit von vielen attraktiven Jungs hat mich in einen Zustand des Begehrens versetzt, das ich nicht zu bändigen brauchte."

Wie der Pressesprecher der "Sozialistischen Partei", Benois Ammon, am Mittwoch äußerte, sei er über die Rechtfertigung des Sextourismus unter dem Vorwand einer literarischen Erzählung geschockt. "Während Frankreich gemeinsam mit Thailand gegen diese Plage - den Sextourismus - kämpft, erklärt ein Regierungsminister, er nehme das selber in Anspruch", sagte Ammon in einem FP-Interview.

Die französische Opposition hatte Mitterand bereits früher wegen seines Plädoyers für den Filmregisseur Roman Polanski angegriffen, der Ende September in der Schweiz wegen einer Liebesaffäre mit einem 13-jährigen Mädchen von vor 30 Jahren festgenommen worden war.

Am Mittwoch erwiderte Mitterand die Kritik mit den Worten: "Wenn die ‚Nationale Front' mich durch den Schmutz ziehen will, ist das eine Ehre für mich. Wenn ein Abgeordneter von der linken Partei dies macht, ist es eine Schande für ihn."

Mitterand war 1993 der den Sozialisten nahe stehenden Partei "Bewegung der linken Radikalen" beigetreten. Er gehört zu den wenigen Ministern, die nicht Mitglied der regierenden "Union für eine Volksbewegung" sind.

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