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    Umweltstreit um Zellstoff- und Papierkombinat Baikalsk

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    Die von der russischen Regierung beschlossene Wiederaufnahme der Arbeit des Zellstoff- und Papierkombinates am Baikalsee, das 2008 seine Produktion eingestellt hatte, wird von manchen Umweltexperten als ungesetzlich gewertet.

    MOSKAU, 19. Januar (RIA Novosti). Die von der russischen Regierung beschlossene Wiederaufnahme der Arbeit des Zellstoff- und Papierkombinates am Baikalsee, das 2008 seine Produktion eingestellt hatte, wird von manchen Umweltexperten als ungesetzlich gewertet.

    Wie Michail Krejndlin, Leiter der Greenpeace-Programme für die besonderen Schutzgebiete Russlands, RIA Novosti sagte, könnte dieser Beschluss dem Image Russlands schaden und zur Streichung des Baikalsees von der UNESCO-Naturerbeliste führen.

    Die 2008 im Kombinat eingeführte Recycling-Technologie sehe das Einleiten von nicht vollständig geklärtem Abwasser in den Baikalsee vor, sagte der Experte.

    Laut dem von Premier Wladimir Putin am Montag unterzeichneten Beschluss darf das Kombinat Baikalsk bei der Herstellung von Zellstoff, Papier und Pappe die Produktionsrückstände verbrennen - vorausgesetzt, dass die Abfälle entsprechend den Normativwerten geklärt werden.

    Wie der Rektor der offenen Umweltuniversität der Moskauer Lomonossow-Universität und Präsident des Zentrums „Umwelt und Gesundheit“, Professor Valeri Petrosjan, in einer Stellungnahme sagte, komme es vor allem auf leistungsfähige Kläranlagen an. Die Zusammensetzung der Abwässer des Kombinates müsse gründlich untersucht werden. Sollten in den Abwässern keine hochgefährlichen Giftstoffe nachgewiesen werden, die dem Baikal und den am See lebenden Menschen schaden können, könnte für das Kombinat Baikalsk grünes Licht gegeben werden.

    Der Direktor des Umweltexpertenverbandes Russlands, Wjatscheslaw Penkow, kommentierte den umstrittenen Regierungsbeschluss mit folgenden Worten: „Das Kombinat ist nach meinen Angaben mit modernen Kläranlagen ausgerüstet.“

    Laut dem Experten stehen das Kombinat und dessen Abwasserklärsystem unter Kontrolle.

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