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    Sapsan erzürnt Russen - Widerstand gegen deutschen ICE-Zug

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    Erst seit Dezember pendeln die neuartigen ICE-Züge Sapsan zwischen Moskau und Sankt Petersburg, haben aber schon bei vielen Russen Zorn ausgelöst.

    MOSKAU, 19. März (RIA Novosti). Erst seit Dezember pendeln die neuartigen ICE-Züge Sapsan zwischen Moskau und Sankt Petersburg, haben aber schon bei vielen Russen Zorn ausgelöst.

    Die Einwohner der zwischen den beiden russischen Metropolen liegenden Gebiete haben dem Hochgeschwindigkeitszug aus deutscher Produktion einen regelrechten Krieg erklärt, schreibt die russische Internetzeitung Travel.mail.ru. Die Menschen greifen die vorbeisausenden Sapsan-Züge mit Steinen, Metallstangen und Eisbrocken an und drohten sogar mit einer Blockade der Schienen.

    Anlass für den Unmut besteht darin, dass mit der Inbetriebnahme des Sapsan zahlreiche Vorortzüge gestrichen werden mussten, die für die Einwohner vieler kleiner Städte und Ortschaften die einzige Verkehrsverbindung zwischen ihrem Wohn-, Arbeits-, Schul- oder Studienort waren.

    Zudem mussten die beiden preiswerten Tageszüge zwischen Moskau und Sankt Petersburg aus dem Verkehr genommen werden, die vor allem bei den Einwohnern der Vororte sehr populär waren.

    Um die Sapsan-Züge vor den Attacken zu schützen, will die russische Polizei den Zug unter Videoüberwachung stellen. Nach Angaben der Travel.mail.ru ließ Ministerpräsident Wladimir Putin Ende Dezember eine Milliarde Rubel (25 Millionen Euro) für die Sicherheitsvorkehrungen bereit stellen.

    Beim Sapsan (russisch für „Wanderfalke") handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der russischen Staatsbahn RZD und der Siemens AG. Die RZD hatte 2006 mit Siemens einen Vertrag über die Lieferung von acht Velaro-RUS-Zügen im Wert von 276 Millionen Euro unterzeichnet. Ein Jahr später wurde ein Vertrag über die technische Wartung der Züge im Laufe von 30 Jahren im Wert von 354,1 Millionen Euro geschlossen.

    Fotoreihe: Großer Bahnhof für den "Wanderfalken"

    Gegenwärtig pendeln sechs Sapsan-Züge zwischen Moskau und Sankt Petersburg. Die russische Staatsbahn RZD kündigte neulich an, künftig bis zu fünf weitere Zugpaare auf der Strecke einzusetzen.

     

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