02:57 22 November 2017
SNA Radio
    Panorama

    Ex-Präsident Juschtschenko über Position Europas zu "Held" Bandera erstaunt

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 36 0 0

    Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko ist über die Position des Europaparlaments zu seinem Erlass erstaunt, dem ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera den Titel "Held der Ukraine" posthum zu verleihen.

    KIEW, 25. März (RIA Novosti). Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko ist über die Position des Europaparlaments zu seinem Erlass erstaunt, dem ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera den Titel "Held der Ukraine" posthum zu verleihen.

    "Als Staatschef, der versucht hat, das Volk auf der Grundlage seiner heroischen und tragischen Geschichte zu vereinigen, bin ist ich über den Punkt der Resolution (des Europaparlaments) erstaunt, in dem tiefes Bedauern über die Verleihung des Titels 'Held der Ukraine' an Bandera geäußert wird." Das geht aus einem am Donnerstag in Kiew veröffentlichten Brief Juschtschenkos an den Präsidenten des EU-Parlaments, Jerzy Buzek, hervor.

    Seine Entscheidung sei nicht spontan gewesen, sie basiere auf Schlussfolgerungen von Historikern und Archiv-Experten. "Diese Entscheidung war Ausdruck der Achtung gegenüber einem Menschen, dessen Tätigkeit zur Wiedergeburt des unabhängigen Ukrainischen Staates beigetragen hat", schrieb Juschtschenko.

    Abgeordnete des Europaparlaments hatten am 25. Februar dieses Jahres die Hoffnung darauf geäußert, dass der neue Präsident Viktor Janukowitsch den Beschluss seines Vorgängers außer Kraft setzen wird.

    Bandera hatte an der Wiege der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) gestanden. Am 14. Oktober 1942 wurde die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) auf Beschluss der OUN als deren Militärarm ins Leben gerufen. Die Armee war größtenteils in der Westukraine aktiv. Zuerst kämpfte sie gegen die Hitlertruppen und ab 1944 gegen die Rote Armee.

    Auch in mehreren von den Ukrainern bewohnten Gebieten Polens trieb die UPA ihr Unwesen. Im Sommer 1943 richteten die Nationalisten ein Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung ein. Selbst ukrainische Historiker gestehen heute die Zahl der polnischen Opfer zu: Bis Ende 1943 wurden 50 000 bis 60 000 Männer, Frauen und Kinder in unvorstellbar grausamer Weise umgebracht. Nach ukrainischer Zählung 500, nach polnischen Schätzungen mehr als 1150 polnische Dörfer wurden zerstört. Sie verschwanden für immer von der Landkarte.

    Die UPA wurde von Roman Schuchewitsch befehligt, den Juschtschenko ebenfals zum "Helden" der Ukraine per Dekret gemacht hat. Schuchewitsch wurde am 5. Mai 1950 unweit der ukrainischen Stadt Lwow (Lemberg) bei einer Operation der damaligen sowjetischen Geheimpolizei NKWD getötet. Bandera wurde 1959 vor seinem Haus in München von einem KGB-Agenten mit Blausäuregas vergiftet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren