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    Etwa eine Million sowjetische Kriegsgefangene haben bei der Wehrmacht gedient

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    Etwa eine Million sowjetische Kriegsgefangene haben während des Zweiten Weltkrieges bei der Wehrmacht gedient, ohne dabei an Kampfhandlungen teilzunehmen.

    MOSKAU, 26. März (RIA Novosti). Etwa eine Million sowjetische Kriegsgefangene haben während des Zweiten Weltkrieges bei der Wehrmacht gedient, ohne dabei an Kampfhandlungen teilzunehmen.

    Das teilte Generalmajor Alexander Kirillin, Leiter der Verwaltung für Verewigung des Andenkens an die gefallenen Vaterlandsverteidiger im russischen Verteidigungsministerium, mit.

    „Insgesamt hatten bei der Wehrmacht nach verschiedenen Schätzungen 600.000 bis zu einer Million ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gedient. Vorwiegend als ungelernte Arbeiter, Fahrer und Reparaturarbeiter“, sagte er.

    Nach seinen Worten gaben die Deutschen ihnen keine Waffen wegen der Befürchtung, dass diese gegen sie selbst eingesetzt werden könnten.

    „Im Grunde genommen waren das Personen, die mit der Sowjetmacht unzufrieden waren, aus den Reihen der Kosaken, der ‚entkulakisierten’ Bauern, der Gemaßregelten und der Nachkommen der Weißen Garde“, betonte der Generalmajor.

    Die Deutschen selbst bezeichneten sie als „freiwillige Helfer“. Es gab auch zahlenmäßig kleine Abteilungen, die nach dem nationalen Merkmal aufgestellt wurden und die gegen die Rote Armee kämpften. Solche Abteilungen agierten in den Wäldern von Brjansk, im Don-Gebiet und in Weißrussland.

    „Eine große militärische Hilfe erwiesen sie den Deutschen nicht. Aber zu propagandistischen Zwecken wirkten sie recht effektiv. Sie trugen die Ärmeltressen ‚Ostengruppen’ und ‚Ostbataillone’“, sagte Kirillin. Die ersten großen Kampftruppenteile unter Teilnahme sowjetischer Kriegsgefangener wurden Ende des Krieges aufgestellt, als Deutschland große Menschenverluste trug. Unter anderem wurden Ende 1944 zwei Divisionen der so genannten Russischen Befreiungsarmee unter dem allgemeinen Kommando des Generals Wlassow aufgestellt.

    „Die erste Division unter dem Kommando des Obersten Budjatschenko zählte etwa 14 000 Mann und 40 Panzer. Sie war mit (erbeuteten) sowjetischen Waffen ausgerüstet. Die zweite Division wurde praktisch nicht aufgestellt“, sagte der Generalmajor.

    Ihm zufolge will das Verteidigungsministerium alle gefallenen Rotarmisten in einer Datenbank erfassen. Die Datenbank soll bis 1. Mai fertig gestellt werden.

    Die Verluste der Sowjetunion an Menschen im Zweiten Weltkrieg werden auf rund 26,6 Millionen geschätzt. Mehr als 8,8 Millionen davon sind Kampfverluste. Zudem gelten mehr als 4,5 Millionen Menschen als vermisst.

    Laut Kirillin stößt die für die Berechnung der Kriegsverluste zuständige Kommission auf Schwierigkeiten. So seien die Angaben der Historiker über die gefallenen Partisanen stark übertrieben.

     

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